Ich bin gerade über ein interessantes Stück Geschichte gestolpert, das ich, offen gesagt, für ziemlich unglaublich hielt. Es handelt von Waffen, Granatwerfern, Raketen, Kampfhubschraubern, Rebellen-Außenposten und dem Manila-Tempel. Oh ja! Solche Geschichten liebe ich!

Der Manila-Tempel hat schwere Zeiten erlebt

Ein Taifun bedrohte Manila einen Tag vor dem offiziellen Spatenstich auf dem Gelände des Manila-Tempels. Während einer Konferenz an jenem Abend betete ein Missionar, dass der Sturm nachlassen möge, damit die Feierlichkeiten wie geplant fortgesetzt werden könnten. Der Taifun änderte seine Richtung und die Zeremonie wurde wie geplant am 25. August 1982 unter dem Vorsitz von Präsident Hinckley durchgeführt.

Als die Weihung näher rückte, beschloss Mutter Natur, die Dinge wieder schwierig zu gestalten. Nur wenige Tage zuvor hatte es auf den Philippinen zwei Taifune und ein Erdbeben gegeben. Und Mt. Mayon (das ist ein Vulkan) ist auch noch explodiert! Puh! Glücklicherweise (wahrscheinlich kein Glück) blieb der Tempel davon unberührt, sodass die Weihungszeremonie wie geplant im September 1984 stattfand.

Und dann passierte das hier:

Militärputsch-Versuch von 1989

Anfang Dezember 1989 versuchte eine Rebellentruppe, den philippinischen Präsidenten Corazon Aquino zu stürzen. Die Rebellen, die hauptsächlich aus Angehörigen der nationalen Armee und des Marinekorps bestanden, wurden schließlich von Regierungskräften zurückgedrängt.

Im Mai 2000 hielt Elder Dallin H. Oaks vor den Mitgliedern in Calgary, Alberta, Kanada, einen beeindruckenden Vortrag des Bildungssystems der Kirche über den Putsch, mit dem Titel „Wunder”.

„Am ersten Tag des Putschversuchs waren Schüsse und Bombenangriffe aus unserem Tempel zu hören. In dieser Nacht wurde die Straße vor dem Tempel von gepanzerten rebellischen Fahrzeugen, Lastwagen und vielen Soldaten besetzt. Mit Tagesanbruch am Samstag kam es zu einem Schusswechsel zwischen diesen aufständischen Truppen und den loyalen Regierungstruppen im Camp Aguinaldo. Gegnerische Flugzeuge feuerten Raketen und warfen Bomben ab”, sagte er.

A map of Camp Aguinaldo and the Manila Temple

Am folgenden Nachmittag hatten die Rebellentruppen das Tempeltor überwunden und die Tempelanlagen besetzt. Die beiden Aufseher und drei Sicherheitskräfte wurden angewiesen, die Rebellen das Gelände und den Tempelanbau besetzen zu lassen. Elder Oaks sagt, dass ein Mann „sich bemühte, eine gute Beziehung zu den rebellischen Soldaten aufzubauen”, um sie davon abzuhalten, die heiligen Bereiche des Tempels zu betreten.

Und dann begann die Schießerei

Elder Oaks setzte seinen Bericht fort: „Samstagnachmittag und Sonntagmorgen gab es einen fast ununterbrochenen Schusswechsel zwischen den Regierungstruppen im Camp Aguinaldo und den Rebellen im Lager, einschließlich derer, die unsere Tempelanlagen besetzten. Die Mitglieder fasteten und beteten, dass der Tempel in dem Chaos nicht zerstört werden würde.

Sonntagmorgen tauchte in der Nähe des Tempels ein Kampfhubschrauber der Regierung, auf, zog sich aber aufgrund des starken Widerstands der Kaliber-50-Maschinengewehre der Rebellen wieder zurück. Gegen Mittag warf ein Flugzeug der Luftwaffe mehrere Bomben ab, die das Wohnhaus in der Nähe des Tempels trafen. Bombensplitter zerschlugen Fenster im Tempelanbau”, sagte Elder Oaks.

Die Situation verschlimmerte sich, als Radio Manila berichtete, dass die Regierungstruppen einen Angriff auf die Rebellen, die den „Mormonentempel” besetzten, durchführen wollten. Das war der Moment, in dem der Präsident des Tempels, Floyd Hogan, sein Haus verließ und sich nach den sich zusammenziehenden Regierungsstreitkräften aufmachte.

Manila temple coup photo

Präsident Floyd Hogan mit seiner Videokamera während der Rebellenbesatzung.

Dort fand er heraus, dass ihr Befehlshaber den Rebellen eine Stunde Zeit zur Kapitulation gegeben hatte und plante, sie um 23.00 Uhr anzugreifen. Zu seiner Truppe gehörten gepanzerte Mannschaftswagen, Granatwerfer und mindestens 150 Soldaten, die glaubten, zahlenmäßig überlegen zu sein und die Rebellentruppe im Tempelanbau leicht besiegen zu können.

Präsident Hogan, selbst pensionierter US-Militär, versuchte, den Befehlshaber davon zu überzeugen, bis zum nächsten Morgen mit dem Angriff zu warten. Er hoffte, dass eine Verzögerung den Rebellen Zeit geben würde, das Tempelgelände zu räumen. Leider konnte eine Änderung des Krisenplans, wie sie Präsident Hogan vorgeschlagen hatte, nur durch den General vorgenommen werden, mit dem er sich nicht in Verbindung setzen konnte.

Unterdessen in Salt Lake City

Hier beginnen die Wunder. Elder Oaks fuhr fort: „Ich war damals Mitglied des Kollegiums der Zwölf, über das sich der Gebietspräsident der Philippinen bezüglich Hilfe mit dem Hauptsitz der Kirche in Verbindung setzte. Dreißig Minuten vor Ablauf der Frist um 23:00 Uhr rief Gebietspräsident George I. Cannon mich an, um mir zu berichten, dass unser Tempelanbau und -gelände die letzte noch verbliebene Rebellenhochburg in Manila war und die Armee Artillerien und Truppen für einen Angriff, der zu jedem Zeitpunkt stattfinden konnte, zusammengezogen hatte. Er sagte, er habe über die philippinische Regierung und den amerikanischen Botschafter alles in seiner Macht Stehende getan, um den Angriff zu verhindern, aber ohne Erfolg. In Salt Lake City war es zu diesem Zeitpunkt Sonntag, 7:30 Uhr.

Durch einen bemerkenswerten Zufall – eines jener Ereignisse, die kein Zufall sein können – hatten die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf Apostel eine außerordentliche Sitzung für diesen Sonntagmorgen angesetzt. Um 8.00 Uhr morgens, am 3. Dezember, nur 30 Minuten nachdem ich diesen alarmierenden Bericht aus Manila erhalten hatte, beugte sich die versammelte Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf im Gebet nieder und bat den Herrn einzugreifen, um sein Haus zu beschützen. . . . Als wir beteten, war es Sonntagabend, 23:00 Uhr in Manila, die genaue Stunde, die für den Angriff festgelegt wurde.

Manila temple coup photo

Militärfahrzeuge auf dem Hof des Tempels.

Das Wunder

„Der Angriff kam nie. Zwanzig Minuten nach unserem Gebet rief Präsident Cannon das Hauptquartier der Kirche an, um zu berichten, dass sich der Befehlshaber des Militärs unerwartet gegen einen nächtlichen Angriff entschieden hatte. Früh am nächsten Morgen, philippinische Zeit, rief Präsident Hogan an und erklärte, dass die Rebellen in der Nacht verschwunden seien. Ich habe in meinem Tagebuch festgehalten, dass ich dies als ein Wunder göttlichen Eingreifens betrachte, das nicht weniger beeindruckend ist als viele, die in heiligen Schriften festgehalten wurden.“

Präsident Hogan konnte den Schaden am Montagmorgen begutachten. Der Anbau zeigte Spuren von Schrapnellkugeln und hatte viele zerbrochene Fenster auf der Nordseite”, aber die Rebellen waren in keinem der verschlossenen Räume gewesen. Sie hatten auch den eigentlichen Tempel nicht betreten.

„Insgesamt sechs Granaten oder Panzerraketen waren innerhalb des Tempelgeländes explodiert”, sagte Elder Oaks. Präsident Hogan begründete dies damit, dass die Regierungstruppen die Geschosse zwischen die Tempeltürme geschossen haben mussten. In der Nähe befand sich ein Wohngebäude für Tempelmitarbeiter im Bau, das jedoch durch mehrfache Raketeneinschläge schwer beschädigt wurde.

Manila temple coup photo

Mutige Mitarbeiter des Tempels versuchen sich mit den Rebellen zu arrangieren.

„Der Manila-Tempel öffnete für normale Versammlungen am nächsten Tag”, sagte Elder Oaks.

Die Nachwirkungen

Etwa eine Woche nach dem Putschversuch erhielt Elder Oaks einen Brief des philippinischen Botschafters in den Vereinigten Staaten. Der Brief beschrieb, wie der Botschafter alles in seiner Macht Stehende getan hatte, um die Regierungstruppen davon abzuhalten, den Tempel zu beschädigen.

Elder Oaks sagte: „Nachdem die Kämpfe vorbei waren, hatten sie ihm berichtet, dass man bei den Gegenangriffen vorsichtig gewesen sei, um dem Tempel keinen Schaden zuzufügen”. Ich kam zu dem Schluss, dass der Herr hinter den Kulissen durch diese Regierungsbeamten gearbeitet hatte, um sein Haus zu retten.”

Später konnte der Apostel den Tempel persönlich besichtigen. Der Tempel selbst war makellos, bis auf etwas, das aussah wie eine einzige verirrte Kugel, die ein kleines Loch an der Spitze des höchsten Tempelturms hinterlassen hatte.

Diese Filmaufnahmen aus Manila stammen von Dezember 1989. Nur auf Englisch.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf mormonhub.com unter dem Titel „Bombs, Bullets and Rockets; How the Manila Temple Miraculously Survived Rebel Occupation” veröffentlicht. Autor ist David Snell. Übersetzt von Janine Windhausen.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org