Es gibt viel sinnlosen Tod überall um uns herum. Unschuldige werden Opfer verkommener Individuen, Naturkatastrophen zerstören ganze Dörfer, und Krankheit zerstört den Körper eines geliebten Menschen, der ansonsten noch viele Jahre hätte weiterleben können. Der Tod folgt dem Leben. Wenn er aber Konsequenz einer unsinnigen Tat ist, kann uns, die wir zusehen müssen, das am Boden zerstören. An dieser Stelle macht die Straße des Glaubens eine starke Kurve und die Grundlage, die man einst für solide hielt, zerbröckelt vor unseren Augen. Fragen voller Zweifel können uns von der Straße des Glaubens abbringen und uns, wenn wir das zulassen, in eine Schlucht der Verzweiflung stürzen. Bevor du nun aber deinen Glauben aufgibst, schnalle deinen Sicherheitsgurt etwas enger – unser Umgang mit der Gefühlsachterbahn, die auch als Sterbeprozess bekannt ist, kann genauso unseren Glauben stärken wie die Art und Weise, wie wir das Leben meistern. Wir können trotz Trauer Hoffnung haben, so wie wir im Leben selbst die Schönheit, die uns umgibt, erkennen.

Halte in Zeiten der Trauer an der Hoffnung fest

2003 verbrannte das Spaceshuttle Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und alle 7 Crew-Mitglieder starben. Der Grund für die Katastrophe war ein Problem, das einen Monat zuvor kurz nach dem Start aufgetreten war: Ein Stück Isolierung hatte sich vom Treibstofftank gelöst und den Flügel des Shuttles beschädigt. Dadurch wurde der Hitzeschild, der normalerweise das Shuttle und seine Crew vor der Reibung schützt, die durch den Wiedereintritt entsteht, beschädigt. Noch Tage nach dem Vorfall wurden Trümmer des Shuttles und die sterblichen Überreste der Crew im Osten Texas’, in Louisiana und Arkansas gefunden. Ein lieber Freund von mir, Mark Bray, der aus dem östlichen Texas stammt, war tief durch diese Tragödie berührt. Die Sinnlosigkeit dieses Unfalls, der Verlust unschuldigen Lebens und die Verwüstung, die überall in Texas gesehen wurde, ließen ein tiefes Loch in seinem Herzen zurück, das mit Kummer und Verwirrung angefüllt war. Es zwang ihn in die Knie; er stellte Fragen ewiger Bedeutung über das Wesen Gottes, wie auch viele andere in seiner Position es taten. Er wand sich nicht wütend von Gott ab, wie so viele es tun. Er gab seinen Glauben nicht auf. Stattdessen fand er anhand seines Glaubens Hoffnung.

Ab ins Weltall

Wenn wir eine ewige Perspektive haben, erscheint der Pfad nicht so dunkel

Verlieren wir jemanden, zwingt uns das auf die Knie. Wenn wir zum Gebet genötigt werden, ist unser Herz demütig und bereit, Offenbarung zu empfangen. Häufig öffnen Tragödien die Fenster zum Himmel; wir finden beruhigende und friedvolle Antworten. Wenn wir ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben – wir verwundbar und bereit sind, von einem liebenden Gott gehalten zu werden – werden wir belehrbar. Die Stimmung, die um uns herum herrscht, ist reiner und tugendhafter. Wir öffnen unser Herz, um mit unserem ewigen Vater im Himmel zu kommunizieren. Der Schleier zwischen seinen Gefilden und unseren ist dünn. Bedeutsames und Unbedeutendes wird klarer. In tragischen Zeiten ist unser Herz am reinsten; es ist wahrscheinlicher, dass wir den ewigen Balsam annehmen, der uns nicht nur für den Moment, sondern für immer heilt.

Nach Hause – unsere Lieben gehen uns voran

Gottes Wege sind nicht unsere Wege. Ich habe schon so oft Menschen ohne Glauben über den Tod als Ende sprechen gehört. Das ist er aber nicht. Er ist das Tor zu einem Reich, das mehr ist, als was wir hier und jetzt sehen. Er ist, nach Geburt und Leben, der nächste Schritt im Leben – und nicht der letzte. Das ewige Leben ist das Versprechen, dass es eine Zukunft gibt, die über den Tod hinausreicht. Unsere Lieben schreiten hindurch, als wäre es der Eingang zur Ewigkeit – dorthin, wo wir einst begannen – nur dass wir nun unser Leben auf einer höheren Ebene leben, die über unser Verständnis hinausgeht. Uns wurde das Versprechen gegeben, dass das geschehen würde, auch wenn wir vielleicht nicht verstehen, wie. Das Versprechen wurde uns durch lebende Propheten gegeben und von Jesus Christus gehalten.

der Beschluss der Entscheidungsfreiheit

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.” (Johannes 3:16)

Sind das nur schöne Worte, oder werden wir sie auf den Prüfstand stellen?

Der Apostel Johannes hat uns in dieser Schriftstelle so vieles versprochen. Wir erfahren von einem Vater im Himmel, der seinen Sohn so sehr liebte, dass er ihm erlaubte, die Tür, zu unserem ewigen Zuhause zu öffnen. Der Sohn war Jesus Christus; sein perfektes Leben und sein sühnendes Opfer führen uns hinein.

Wenn wir mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert werden, sind besonders die letzten Worte der Schriftstelle von Bedeutung – wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. Das ist vielleicht die machtvollste Schriftstelle in der Bibel. Weil Christus Sünde und Tod überwunden hat, werden auch wir den Tod überwinden und einen auferstandenen Körper haben.

Ewig andauerndes Leben ist das Versprechen, dass wir wieder bei unserem Vater im Himmel leben können werden; weil sein Reich so viel umfassender ist als das, worin wir leben, werden wir dort ewigen Fortschritt und unendlich mehr Möglichkeiten haben, als wir hier erkennen können. Erinnern wir uns daran, schärfen wir unsere Linse der ewigen Perspektive, gleicht das Leben auf der Erde einem Tröpfchen Wasser im Ozean der Ewigkeit. Der Tod ist wie ein Umstieg von einem Flugzeug zum nächsten. Haben wir einst die Schwelle überschritten, gibt es keinen Grund, uns weiter damit aufzuhalten.

Das Trauern

Ein Ehepaar der Mormonenpioniere, das an einem Grab trauert.

Wir, die wir zurückbleiben, brauchen großen Glauben, um diesen Kummer wegen des Verlustes zu überwinden. Wir können nicht sehen, was hinter dem Tor passiert, doch können wir durch unsere Beziehung mit dem himmlischen Vater stark sein und Hoffnung haben. Alternativ können wir nur bitter und wütend werden, was uns beides auf unserer irdischen Reise nicht weiterhilft. Wir alle werden  durch dieses Tor eintreten und erkennen, dass das Versprechen Christi für uns alle gilt, ob wir uns nun für Glauben oder Zweifel entscheiden. Unterdessen würde ich daher also eher an meiner Hoffnung festhalten.

Mein Freund, Mark Bray, entschied sich auch dazu, sich an die Hoffnung zu halten. Er ist ein exzellenter Künstler, der sich auf Kunst zum Thema Luftfahrt spezialisiert hat. Er entwarf zehn Jahre nach dem tragischen Unfall mit der Raumfähre ein Kunstwerk, mit dem er die Crew ehren wollte; er drückte so aus, wie seine Trauer zu Hoffnung wurde. Sein Kunstwerk, „Stand By For Columbia“, zeigt das zerbrechliche Gerüst des Spaceshuttles, das durch den Nexus in ein ewiges Gefilde eintritt. Normalerweise würde die Einsatzleitung den Befehl „Stand by for Columbia” (Macht euch für die Columbia bereit) geben. Hier hören wir fast schon den himmlischen Vater diese wertvollen Worte sagen, wie er die Crew in ihrer neuen Heimat willkommen heißt. Das Gemälde lässt den Betrachter die Trauer, die durch das kaputte Shuttle dargestellt wird, erkennen, lenkt seinen Fokus aber auf die Hoffnung, die durch den Nexus zu einem klaren, blauen Himmel wird.

Das Versprechen des Apostels Johannes  – ewig andauerndes Leben – ist deutlich durch den vollständigen Rumpf des Shuttles erkennbar, der eine Repräsentation dafür ist, dass Leben nach Hause gebracht wird.

Der Umgang mit dem Tod ist für jeden persönlich und schwierig. Kummer kann ein gebrochenes Herz reinigen, aber nur, wenn es mit der Hoffnung, die in Aussicht gestellt ist, liebkost wird. Unser Erlöser, Jesus Christus, gab uns Grund zu hoffen.

Vergessen wir nicht die Hoffnung, die vor uns liegt, die dafür sorgt, dass wir im Moment in unserer Trauer getröstet werden und die uns für die Ewigkeit rein macht.


Nanette ONeal

Nanette liebt das Evangelium und teilt es mit Begeisterung auf LDS-Blogs. Sie hat sich erst später im Leben der Kirche angeschlossen. Sie fühlt immer noch das Brennen im Herzen durch den Geist. Sie hat einen Abschluss von der Mason-Gross-School für Künste in Musikpädagogik und unterrichtet seit mehr als 20 Jahren privat und öffentlich Kinder und Erwachsene. Nanette bildet sich weiterhin im Evangelium fort und schreibt gerne. Auf ihrem Blog schreibt sie wöchentliche Beiträge, die inspirieren sollen, und arbeitet derzeit an einer Reihe Fantasy-Romanen: A Doorway Back to Forever. Ihren Blog findet man unter NanetteONeal.blogspot.com. Nanette hat einen wundervollen Ehemann, einen sehr talentierten Sohn und drei wunderschöne Hunde.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Der Beitrag wurde ursprünglich am 24.5.15  auf ldsblogs.org unter dem Titel „Grief” veröffentlicht. Die Autorin ist Nanette ONeal. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lernen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

 

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