Das Sicherheitssystem Ihres Hauses ist kaputt.

Sie rufen mit freundlicher Stimme bei der Kundenhotline an und bitten recht vernünftig um Hilfe bei der Reparatur des Gerätes. Der Mitarbeiter der Hotline führt eine Fehlerbehebung durch und verwendet dabei eine Sprache, die aus dem Silicon Valley stammt. Natürlich bleibt die Fehlerbehebung erfolglos und der Mitarbeiter leitet Sie zu seinem Vorgesetzten weiter, der genau das Gleiche sagt wie sein Mitarbeiter.

Inzwischen haben Sie Ihre Vernunft aus dem Fenster geworfen. Der Sicherheitsalarm ihres Hauses klingelt seit einer guten Stunde ununterbrochen, das Baby in Ihren Armen schreit passend dazu und Sie sind sich ziemlich sicher, dass Luca zu spät zum Fußballtraining kommt.

Sie hören sich am Telefon schreien: „REPARIEREN SIE ES EINFACH!” Sie legen auf, reißen die Alarmanlage von der Wand und bringen Luca zum Fußballtraining.

Ungefähr eine Woche später kommt ein freundlicher Herr zu Ihnen nach Hause, um das kaputte Alarmsystem auszutauschen. Ein wenig besänftigt, atmen Sie erleichtert auf, dass zumindest diese Prüfung vorüber ist.

Es gibt Momente, in denen ich das Gebet auf die gleiche Weise behandle.

Wenn es ein Problem in meinem Leben gibt, vertraue ich mich dem himmlischen Vater auf den Knien an, mit der vernünftigen Bitte, dass mein Problem verschwinden soll.

Das Problem besteht weiterhin.

Für eine Weile geht das gut. Ich weiß, dass ich lernen muss, wie ich es selbst beheben kann. Prüfungen sollen mir schließlich helfen zu lernen.

Aber die Antwort darauf, wie das Problem zu lösen ist, kommt nie, und das Problem nimmt an Schwere und Intensität zu. Die Vernunft verlässt mich und in meinen Gebeten fordere ich nachdrücklich: „REPARIER ES EINFACH!!!”

Was ich in diesen Momenten erkennen muss, ist, dass Gott kein Call-Center-Agent ist. Er wird nicht einfach unsere Probleme lösen, aber er wird uns helfen, „aus ihnen herauszuwachsen”. Das ist sicherlich eine gute Nachricht und kann sicherlich auch manchmal wie eine schlechte Nachricht erscheinen. Wenn wir aber zu der Erkenntnis gelangen, dass wir mit unserem himmlischen Vater kommunizieren, können wir Glauben haben an seinen Zeitplan und an seine Antworten.

Die gute Nachricht: Er macht dies schon eine Weile

Gott ist kein pickliger Neunzehnjähriger, der letzte Woche gerade seine Ausbildung in der Kundenbetreuung abgeschlossen hat.

Er ist schon sehr lange im Geschäft.

Tatsächlich eine Ewigkeit. In Lehre und Bündnisse 20:17 erfahren wir etwas über seine ewige Natur:

Wenn man das große Ganze betrachtet, ist unser menschliches Wissen kaum erwähnenswert.

Durch dies alles wissen wir, daß es einen Gott im Himmel gibt, der unbegrenzt und ewig ist, vom Immerwährenden zum Immerwährenden derselbe unveränderliche Gott, der Gestalter des Himmels und der Erde und all dessen, was darinnen ist.

LuB 20:17

Es ist dies derselbe Gott, der die Himmel und die Erde erschuf. Derselbe Gott, der den Menschen von seinen Anfängen bis hinauf zu Gipfeln unvorstellbar großer Erkenntnis und Leistungsfähigkeit geführt hat. Am wichtigsten ist, dass dies derselbe Gott ist, der einen Erlösungsplan organisiert hat, der dazu bestimmt ist, uns die Schlüssel zur Macht der Gottheit zu geben.

Ich denke, er hat die Fähigkeit, einen schlechten Tag wieder gut zu machen. Obwohl er die Fähigkeit besitzt, dies zu tun, sollten wir es jedoch keineswegs von ihm verlangen. Dies führt mich zu meinem nächsten Punkt.

Eine weitere gute Nachricht, die sich manchmal wie eine schlechte anfühlt: Er weiß, was für uns am besten ist.

Kundenbetreuer, ob Sie es glauben oder nicht, haben nicht immer unsere besten Interessen im Auge.

Ich kann das bezeugen, weil ich einer war. Die Arbeit in der Kundenbetreuung war Tag für Tag dieselbe: Helfen Sie dem Kunden, das Problem zu beheben, und machen Sie weiter.

Manchmal werden Sie auf den goldenen Kundenservice-Mitarbeiter stoßen, der Ihnen beibringt, wie Sie das Problem für immer los werden, aber so einer war ich nicht.

Glücklicherweise möchte Gott das Problem nicht beheben. Er will, dass wir aus unseren Problemen lernen und an ihnen wachsen.

Zusammen arbeiten ist wichtig in einer Familie

In der Tat konzentriert sich sein gesamter Zweck auf unser Wachstum und unser ewiges Schicksal. In Mose 1:39 lernen wir von diesem Zweck:

Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit – die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.

Mose 1:39

Wenn ein Wesen, das eine Ewigkeit damit zugebracht hat, die Werkzeuge zu erschaffen, die der Menschheit helfen, ewige Herrlichkeit zu erlangen, ein Problem nicht sofort verschwinden lässt, denke ich, dass man mit Sicherheit sagen kann, dass es dafür einen Grund gibt.

Eine Geschichte, die tief mit diesem Gedanken verbunden ist, wurde von Hugh B. Brown erzählt und von Elder Christofferson in einer Generalkonferenzansprache wiedergegeben. Ein kurzer Abschnitt dieses Vortrags ist hier unten:

Wie wir wissen, sollen Prüfungen uns helfen zu wachsen. Wissen wir auch, dass sie uns helfen können, zu etwas heranzuwachsen, das wir uns nie hätten vorstellen können? Dass unsere eigenen egoistischen Träume nicht der Bestimmung entsprechen, welche der himmlische Vater für uns vorgesehen hat?

Hugh B. Brown erhielt keine Beförderung zum General. Wenn er sie bekommen hätte, hätte ich keinen Zweifel daran, dass er für den Rest seines Lebens glücklich gewesen wäre. Der himmlische Vater möchte aber nicht nur, dass wir glücklich sind. Er möchte, dass wir zu Instrumenten werden, die Gutes bewirken. Denn wenn wir Gottes Geige werden, spielen wir eine Harmonie, die jeder genießen kann. Wenn wir das schaffen, dann kennen wir wahres Glück.

Als Mitarbeiter einer Kundenhotline würde ich einfach Ihr Problem lösen und weitermachen. Gott aber hilft uns, eine Lösung zu finden, die es uns ermöglicht, etwas zu werden, was anderen hilft, auch Glück zu erlangen.

Beweis für diese Lehre

Verschiedene Editionen des Buch Mormons

Werfen Sie einen Blick in die Vergangenheit, wenn Sie einen Beweis für diese Wahrheit suchen:

Als Joseph Smith zum Beten in den Wald ging, wollte er kein Prophet werden. Er war einfach ein demütiger Junge, der bereit war, eine Antwort vom himmlischen Vater zu akzeptieren, was auch immer sie beinhalten mochte.

Er bekam etwas mehr, als er erwartet hatte.

Es wäre leicht für ihn gewesen, die einfache Antwort auf seine Frage zu akzeptieren: Keine der Kirchen ist wahr. Doch weil er gewillt war, in die Rolle, die der himmlische Vater für ihn vorgesehen hatte, hineinzuwachsen, konnte er noch viel mehr tun.

Wenn Sie und ich die gleiche Denkweise haben können, verspreche ich Ihnen, dass wir Früchte von unermesslichem Wert hervorbringen werden.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 28. September 2017 auf mormonhub.com unter dem Titel „God Is Not A Call Center Agent” veröffentlicht. Der Autor ist Logan Groll. Übersetzt von Janine Windhausen.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org