Amy Nelson ist eine verheiratete Hausfrau und Mutter von 2 Kindern. Sie hat bereits an einigen Marathons teilgenommen und ist eine ausgebildete Pianistin. Sie ist ein Steh-auf-Männchen und weigert sich unglücklich zu sein, egal wie die äußeren Umstände in ihrem Leben auch aussehen mögen. Seit vielen Jahren kämpft ihr Mann mit einer Pornografie-Sucht. Zusammen gehen die beiden durch dick und dünn. Auch wenn sich manche Probleme nicht über Nacht lösen lassen, hat sie ein Zeugnis von der heilenden Macht Jesu Christi. Hier sind ihre 3 besten Tipps, wie man mit Außenstehenden produktiv über die Sucht des Partners sprechen kann, die eigene Beziehung nicht belastet und Hoffnung statt Selbstmitleid erntet. Einen weiteren Artikel, darüber wie man persönlich mit der Sucht des Partners umgeht findet ihr hier.

Unterhaltungen sollten reflektieren, dass das Problem und die Person voneinander getrennt sind.

Wir müssen das Problem von unserem Partner getrennt halten. Eine Schwäche für Pornografie zu haben, egal auf welchem Level, macht jemanden nicht zu einem bösen Menschen. Es bedeutet, dass er mit etwas Schwierigem zu kämpfen hat. Die Entscheidung, wie diese Menschen mit diesem Kampf umgehen, ist ein besserer Indikator für ihren persönlichen Stand als die Frage, ob sie diese Schwäche haben oder nicht. Wir können die Person lieben und das Problem hassen – unsere Interaktionen müssen das widerspiegeln. Sprich mit der Person und über die Person, die du liebst, respektvoll und behutsam. Dieser erste Punkt ist allgemein bekannt, wird aber oft angewandt, ohne dass zwei andere wichtige Punkte berücksichtigt werden. Dies führt oft dazu, dass manche das Gefühl haben, sie könnten überhaupt nicht über ihre Probleme sprechen ohne sich schützen zu müssen. Mit zwei weiteren Richtlinien können wir erkennen, dass wir dieses schwierige Thema auf gesunde Art und Weise besprechen können.

Sprich über deinen Weg, nicht über ihren.

Nach meinem Artikel über Pornografie-Sucht war die Frage, die mir am häufigsten gestellt wurde, eine Variation von: „Wie fasst du den Mut, über die Abhängigkeit deines Ehemannes zu reden? Ich habe es nie jemandem gesagt!” Die kurze Antwort darauf ist: Ich muss das gar nicht. Ich spreche über meine Reaktion auf die Sucht meines Ehemannes, nicht über seine Sucht. Dies scheint nur ein winziger Unterschied zu sein, ergibt aber eine völlig andere Unterhaltung. Dein Kampf ist ein anderer als seiner, und sie sollten nicht vermischt werden.  Wir sprechen über den Menschen, den wir lieben, respektvoll und behutsam, wenn wir den Unterschied erkennen. Wir sollten keine Angelegenheiten mit anderen teilen, die nicht unsere eigenen Angelegenheiten sind und uns nicht zustehen. Anstatt dich auf die bestimmte Handlung, den Treuebruch oder den Schmerz zu konzentrieren, lege den Schwerpunkt der Diskussion auf deine Reaktion darauf – deine Einstellung und den Teil, den du beeinflussen kannst. Das führt uns direkt zum nächsten Tipp.

Konzentriere dich auf das, was du gelernt hast.

Es ist keine fruchtbare, gesunde oder liebevolle Unterhaltung, wenn man über den Treuebruch oder den Schmerz diskutiert. Diese Unterhaltung ist mit deinem Kirchenführer und/oder einem Therapeuten zu führen. Wenn wir außerhalb dieses Rahmens darüber sprechen, tun wir das entweder, um einander in einem skurrilen Wettbewerb zu vergleichen, um zu sehen, wer es am schlimmsten hat und dadurch emotional Dominanz herzustellen, oder um vom Unglück anderer unterhalten zu werden. Ich weiß, dass diese Aussage provokativ ist und manche von euch auf die Palme bringt, aber hört bitte kurz weiter zu: Anstatt dich darauf zu konzentrieren, was jemand getan hat um dich zu verletzen, konzentriere dich darauf, darüber zu sprechen, was du aus deinen Kämpfen gelernt hast. Wenn wir uns darauf konzentrieren, was wir gelernt haben, anstatt darauf, was wir durchgemacht haben, können wir selbst – und andere vielleicht auch – erkennen, wie der Erretter uns durch die Prüfungen geleitet hat und wie wir selber reifer, geduldiger und stärker geworden sind. Es macht aus einer emotional aufgeladenen Unterhaltung eine, die vom Heiligen Geist geleitet werden kann und Mut macht statt Verzweiflung zu streuen. Am Ende fühlt man sich dann nicht am Boden zerstört, sondern es wird möglich, sich nach dem Gespräch erbaut zu fühlen.

Ich möchte hervorheben, dass diese Richtlinien für Unterhaltungen mit Freunden, Kirchenmitgliedern und Familienmitgliedern geeignet sind. Es gibt eine Zeit und einen Ort, wo man offen und freimütig darüber sprechen muss: mit einem Kirchenführer und/oder Therapeuten. Bitte nutze diese Hilfsquellen, wenn dein Herz zu schwer wird.

Wie komme ich von Pornografie los?

Wenn wir dieses sensible Thema auf gesunde Weise behandeln, können sogar unsensible Kommentare zu fruchtbaren Unterhaltungen werden und ignorante, aber wohlmeinende Menschen einfühlsam und unterstützend werden.

Einen geliebten Menschen mit Pornografie-Abhängigkeit an seiner Seite zu haben, kann ein Gefühl überwältigender Einsamkeit verursachen. Dieses Gefühl, gefangen und isoliert zu sein, kann sehr beklemmend sein. Viele wünschten, dass jemand anderes wüsste, was sie durchmachen. Aber aus Angst vor Verurteilung oder davor, dass jemand den Respekt vor dem geliebten Menschen verliert, bleiben sie still und nehmen keine Hilfe in Anspruch.

Mit das Erstaunlichste, was passiert, wenn man lernt, auf gesunde Weise über Pronografie zu reden, ist nicht, dass die eigene Last leichter wird (was auch passiert und einfach herrlich ist), sondern dass man die Last eines anderen leichter machen kann. Wenn ihr den Mut habt es anzusprechen, werden viele andere eingestehen, dass sie im selben Boot sitzen. Du kannst die Emotionen in ihren Augen sehen und die Erleichterung in ihren Worten hören. Du kannst ihnen helfen zu begreifen, dass sie nicht allein sind, sondern einen Freund haben. Du kannst dieser Freund sein. Du kannst helfen Niedergeschlagenheit in Hoffnung zu verwandeln, und Angst in Zuversicht. In anderen und in dir selbst. 

Lerne mehr darüber, wie man Pornografie überwinden kann.


Amy Nelson

Amy Nelson ist eine verheiratete Hausfrau und Mutter von 2 Jungen. Sie isst gerne und viel und liebt es deswegen, laufen zu gehen. Sie hat einige Marathons hinter sich gelegt, aber am liebsten sind ihr 5-Kilometer-Läufe. Sie schiebt Hausarbeit vor sich her und hat Angst vor Pinterest. Sie liest sehr gerne, meist Romane mit Happy End, verschlingt aber auch Bücher von kirchlichen Wissenschaftlern. Zurzeit unterrichtet sie Seminar im Morgenstudium und ist ausgebildete Pianistin und Begleiterin.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und am 21. Januar 2017 auf www.mormonhub.com veröffentlicht. Die Autorin ist Amy Nelson. Übersetzt von Maren Leit.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) erfahren möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org

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