Rumänien

Die rumänischen Ostereier sind nicht nur wunderschön und kunstvoll, das besondere Muster hat auch eine symbolische Bedeutung. So werden zum einen christliche Symbole wie das Kreuz auf die Ostereier gemalt und auch die Farben werden mit Bedacht gewählt: Rot als Symbol für das Blut Jesu Christi, Blau für den Himmel und Schwarz für die Ewigkeit.

Am Donnerstag vor Ostern färben Kinder und Eltern die Eier rot. Nach dem Ostergottesdienst werden die Eier gemeinsam gegessen – aber nur, nachdem man sie in einem speziellen Brauch aufeinander geschlagen hat. Dabei sagt der eine „Jesus ist auferstanden!” und der andere erwidert: „Er ist wirklich auferstanden!” Das Ei, das dabei kaputt geht, wird gegessen. Der „Gewinner” fordert andere Familienmitglieder und Freunde weiter heraus (Quelle).

Ostereier

Griechenland

Im griechisch-orthodoxen Glauben wird Ostern später als bei uns gefeiert. Dennoch folgt man auch dort der Tradition des Eierfärbens. In Griechenland steht das ausgeblasene Ei für das leere Felsengrab, aus dem Christus auferstand. Ähnlich wie in Rumänien ist es auch in Griechenland Brauch, die Eier in einem kräftigen Rot einzufärben, was  für das vergossene Blut Christi steht. Das Ei selbst symbolisiert Leben und damit die Auferstehung Christi (Quelle).

Ostereier Griechenland

Italien

In Italien hat das Färben von Eiern mit Naturfarben lange Tradition. Es werden rote Beete, Karotten, Zwiebelschalen und verschiedene Pflanzen verwendet, um Eier einzufärben und die Eier auf einzigartige Weise zu dekorieren.

Inzwischen hat jedoch das Schokoladenei das gefärbte Ei fast vollständig abgelöst. Während der Osterzeit sieht man in den Konditoreien kunstvoll verzierte Schokoeier und die Worte: „Buona Pasqua”.

In vielen Eiern findet sich eine Überraschung, die von kleinen Spielsachen bis zu einer ganzen Flasche Wein reichen kann.

Ostereier in Italien sind häufig aus Schokolade.

Polen

In Polen sind die bunten Eier ein wichtiger Teil der Osterbräuche. Es gibt sechs verschiedene Dekorationen für Ostereier:

Pisanki — Der Brauch kommt aus der Ukraine (pysaty=schreiben). Die Eier werden dabei nicht einfach bemalt, sondern mit Symbolen „beschriftet”

Kraszanki — Die Eier werden zuerst in eine heiße Flüssigkeit mit farbiger Wolle gelegt, anschließend werden in einem stundenlangen Prozess Muster in das Ei geritzt

Malowanki — handbemalte Eier

Drapanki — einfarbige Eier mit eingeritzten Mustern

Wyklejanki — mit Rohrkolben und Garn beklebte Eier

Nalepianki — mit Papierelementen und Stroh geschmückte Eier

Traditionellerweise verzieren die Frauen die Eier, da Männer dabei Unglück bringen sollen.

Ostereier Polen

Frankreich

In manchen Teilen Frankreichs glaubte man lange Zeit, dass wenn man an Ostern keine Eier äße, man von einer Schlange gebissen würde. An anderen Orten Frankreichs feiert man Ostern mit Paraden (bspw. in Nizza) und läutet am Gründonnerstag im Gedenken an Christi Tod keine Glocken.

Wie in Italien gibt es auch hier kunstvoll verzierte Schokoladenostereier, die gerne als Geschenke mitgebracht und als Dekoration verwendet werden, statt gegessen zu werden.

Ostereier Frankreich aus Schokolade

Großbritannien

Am Ostersonntag haben fast alle Geschäfte geschlossen. Es werden öffentliche Ostereiersuchen und Wettbewerbe veranstaltet. Eine weitverbreitete Tradition ist das Ostereierschieben, bei dem Kinder verzierte, hartgekochten Eier im Wettstreit einen Abhang hinunterrollen. Gewonnen hat, wer zuerst unten ankommt. Symbolisch wird durch dieses Hinunterrollen der Eier das Wegrollen des Steines vor Christi Grab dargestellt. Auch in Großbritannien werden Schokoladeneier verwendet, die mit Süßigkeiten gefüllt sind. Die Schokoladeneier werden, in hübschen Schachteln verpackt, verschenkt.

Ostereier

Deutschland, Österreich, Schweiz

In Österreich, Deutschland und der Schweiz bringt traditionsgemäß der Osterhase die Ostereier. Woher dieser Brauch stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Das Ei steht für neues Leben.

Eine Tradition in der Schweiz ist beispielsweise das Zwänzgerli, bei dem ein Kind einem Erwachsenen ein hart gekochtes Ei hinhält. Der Erwachsene versucht, ein Zwanzigrappenstück (ein Zwänzgerli) so zu werfen, dass es im hart gekochten Ei stecken bleibt. Gelingt das nicht und prallt die Münze ab, erhält das Kind die Münze, ansonsten darf der Werfer das Ei haben (Quelle).

Ein Brauch in Österreich  und Deutschland ist beispielsweise das Aufstellen von Palmzweigen mit Weidenkätzchen. Damit wird an den Einzug Christi in Jerusalem gedacht, der mit Palmwedeln jubelnd begrüßt wurde. Die Palmzweige werden in der Wohnung aufgestellt und mit Ostereiern dekoriert (Quelle).

Wie dekoriert ihr eure Ostereier? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Ostereier


Christopher D. Cunningham

Cunningham ist für den Inhalt auf LDS.net mitverantwortlich; er freut sich, dass sich sein Sohn Albus gesund und normal entwickelt, dass er über die Kirche

Jesu Christi schreiben kann, dass man bei den meisten Kontroversen einen Mittelweg finden kann und dass er Labello immer von der Hausmarke kauft. Christopher ist stolz auf seinen Abschluss von der BYU Idaho und lebt in Lockhart, Texas. Er unterstützt schon lange eine Hotline, die Selbstmorde verhindern möchte.

Nicole Modugno

Nicole ist technische Redakteurin der BYU Idaho und schreibt für LDS.net. Die Kalifornierin ist mit einem Italiener verheiratet. Sie hat den Half Dome im Yosemite Nationalpark erklommen, ist zweimal nach Italien und in die Schweiz gereist, joggt für ihr Leben gern und glaubt an die Macht von Lavendel-Badesalz und Yoga.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt und angepasst. Er wurde ursprünglich am 5.4.15  auf mormonhub.com unter dem Titel „Most Beautiful Easter Eggs From Around the World” veröffentlicht. Die Autoren sind Nicole Modugno und Christopher D. Cunningham. Übersetzt von Kristina Vogt

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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