Eltern sagen oft: „Wir müssen nur diese Woche/diesen Monat/diese Schulaufführung/dieses Schuljahr etc. überleben, danach schaffen wir es wieder, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Dann können wir wieder LEBEN.” Wenn du eine Familie und Kinder hast, kennst du das sicherlich auch. Immer mehr Familien haben heutzutage das Gefühl, zu viel zu tun haben und zu wenig Kontakt miteinander zu haben.

Versteht mich nicht falsch. Ich finde es gut, seine Talente zu entwickeln, sich in der Schule zu engagieren, etwas für sich zu erreichen oder seine Kraft in die Arbeit zu investieren. All das ist Teil – und ein wichtiger – unseres Lebens. Aber wenn all das, was wir tun, so viel Zeit einnimmt, dass wir tagelang nicht einmal mehr die Zeit haben, zusammen zu beten, haben wir zu viel zu tun!

Ich bin überzeugt davon, dass wenn wir als Familie uns darauf konzentrieren würden, uns nicht zu viel aufzuhalsen, wir alle mehr Zeit und mehr Energie hätten, uns auf die Dinge zu konzentrieren, die im Leben am wichtigsten sind. Und auch wenn ich als Elternteil nicht einmal annähernd perfekt bin, habe ich ein paar konkrete, bewährte Vorschläge, die dabei helfen, beklemmende Gefühle abzubauen, Eigenständigkeit in meinen Kindern zu fördern, mehr Ordnung in unser Leben zu bringen und es zu vereinfachen. Und wenn sich das Leben in meiner verrückten Familie durch diese Tipps vereinfachen lässt, funktionieren sie auch für eure!

1 Ich weiß, wann ich „Nein” sagen muss

Halt Stop Nein

Es gibt zu viele schwer arbeitende Eltern, deren Leben sehr hektisch verläuft, die dieses magische Wort nicht gelernt haben. Es ist wirklich kein schwieriges Wort. Es hat nur vier Buchstaben. Diejenigen, die sich am lautesten darüber beschweren, was sie alles tun und erledigen müssen, scheinen genau die zu sein, die dieses Wort nicht kennen.

Tatsächlich ist es so, dass es für Eltern und ihre Familie unheimlich befreiend ist, zu Dingen, die nicht absolut notwendig sind, „Nein” zu sagen.

Sucht euch Papier und Stift. Verwendet euren Terminplaner und eure heiligen Schriften. Nehmt euch die Zeit, mit Hilfe des Gebets eure Ziele zu überprüfen. Dann schaut euch euren Terminplan an. Passt beides zueinander? Was lässt sich verschieben oder absagen, um euer Leben zu vereinfachen und den Tagesablauf zu optimieren?

2 Überprüft eure Beweggründe

Als Eltern wollen wir natürlich nichts tun, was am Ende unser Kinder verletzen oder hemmen würde. Trotzdem tun wir das durch unser „Übertreiben” oft. Weil es so viele Dinge gibt, die wir für und mit unseren Kindern tun sollen, machen wir oft zu viel.

Um zu verstehen, was unsere eigentlichen Beweggründe als Eltern sind, müssen wir mit uns selbst ehrlich sein, wenn wir uns fragen, warum wir all diese Unternehmungen für unsere Kinder planen. Füllen wir ein Loch in unserem eigenen Leben? Leben wir unsere eigenen Kindheitsträume aus? Versuchen wir, besser zu sein und Kinder zu haben, die besser als andere sind? Sagen wir zu oft „Ja”, weil wir zu erschöpft sind, um „Nein” zu sagen?

Eine solche Selbstüberprüfung kann, wenn wir sie ernsthaft angehen, dazu führen, dass wir erst einmal in die Defensive gehen und uns unbehaglich fühlen. Es kann schwierig sein, zugeben zu müssen (sogar uns selbst gegenüber), dass unsere Wünsche und Vorstellungen für unsere Kinder nicht völlig altruistisch sind.

3 Schaut euch euer Umfeld an

Familienheimabend Mormonen Familienritual

Versucht einmal, euer Zuhause aus der Sicht eines Fremden zu betrachten. Was fällt euch auf? Welche Hinweise darauf, wer eure Familie ist, findet ihr? Ist euer Zuhause ein Umfeld, in dem eure Kinder sein möchten und wohin sie gerne ihre Freunde mitnehmen? Oder ist es nur ein Ort zum Schlafen und Essen, um dann woanders hinzugehen, um sich wohlzufühlen?

Teenager haben meistens Phasen, in denen ihr Zuhause einfach nicht cool genug ist, um dort mit ihren Freunden rumzuhängen. Und kleine Kinder spielen vielleicht lieber mit Spielsachen von Freunden statt den eigenen. Aber alles in allem sollte dein Zuhause ein Ort sein, an dem sich die Kinder wohl, sicher und geliebt fühlen. Es muss nicht besonders modern oder ausgefallen sein – es sollte sich einfach wie ein Zuhause anfühlen!

Inspirierende Zitate, die im Haus aufgehängt werden, können eure Kinder an Werte erinnern, die für die Familie wichtig sind, und haben einen größeren Einfluss als ihr vielleicht denkt. Hängt sie an einem Ort auf, den ihr oft seht, bspw. an einer Türe. Diese kleinen Gedanken müssen nicht teuer sein. Einfaches lässt sich mit dem Drucker zu Hause gestalten. Einfaches mit großer Wirkung.

4 Konzentriert euch auf den Gesamtzusammenhang

Als Eltern haben wir oft das Gefühl, dass unsere Kinder nur eine Chance haben, ihre Talente und Persönlichkeit zu entwickeln, nämlich, solange sie jung sind. Zwar ist es wichtig, dass sie ihre Zeit sinnvoll nutzen, Talente und Fähigkeiten entwickeln und Spaß haben, aber noch wichtiger ist es, die Prioritäten in der Familie richtig zu setzen.

Haben wir einfach keine Zeit für Grundlegendes wie das Gebet, die heiligen Schriften und den Familienabend, geht es uns nicht zuerst um das Reich Gottes (Matthäus 6:33). Sein Reich steht dann auf unserer Prioritätenliste recht weit unten.

„Wenn wir uns zu sehr auf die vielen Verzweigungen statt auf unsere Wurzeln konzentrieren, könnte das im Widerspruch zu unseren ewigen Zielen stehen – [laden wir uns zu viel auf], kann das dazu führen, dass es uns die geistige Lebenskraft, Frieden und Freude, die wir in unserem Leben und in der Familie haben möchten, raubt.” (R. Scott Strong)

Höchstwahrscheinlich werdet ihr es eines Tages vermissen, der Taxifahrer zu sein, Marmelade im Haar zu haben, Geschichten vor dem Einschlafen in witzigen Stimmen zu lesen und frühmorgens Geburtstagskuchen zu backen. Verschwendet diese wertvolle Zeit nicht – und wünscht euch nicht, dass sie bereits vorbei sei.

Lasst die Momente, die ihr hier als Familie zusammen habt, nicht ein Kampf ums Überleben sein. Genießt sie.


Anmerkung: Die genannten Vorschläge stammen aus DeAnne Flynns Buch The Time-Starved Family (englisch).

DeAnne Flynn

DeAnne Flynn ist Mutter von 7 Kindern und hat am eigenen Leib die Herausforderungen erfahren, ein ausgewogenes Leben trotz vollgepackter Terminkalender zu führen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 28.6.18  auf ldsliving.com unter dem Titel „4 Ways Busy Families Can Find More Time and Get Out of Survival Mode” veröffentlicht. Die Autorin ist DeAnne Flynn. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

German ©2018 LDS Living, A Division of Deseret Book Company | English ©2018 LDS Living, A Division of Deseret Book Company

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