Ich liebe meinen Glauben und die Mitglieder überall auf der Welt. Und obwohl ich glaube, dass die Mitglieder bereits toll sind, finde ich, dass es fünf Bereiche gibt, in denen wir alle uns verbessern können.

Anmerkung: Nicht jeder von euch wird sich von allem angesprochen fühlen und ich möchte niemandem auf den Schlips treten. Alles sind Dinge, an denen auch ich zu arbeiten habe.

1 Mormone ist man nicht nebenbei

Wenn die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu einer Kirche wird, wo man ab und zu mal hingeht, haben wir nicht verstanden, worum es geht.

Unser Glaube ist kein Zeitvertreib, wenn uns langweilig ist, nichts, an das wir uns nur zu Ostern oder Weihnachten erinnern (und das gilt für jede Religion).

Die Kirche Jesu Christi hat den Anspruch, die wiederhergestellte Kirche Christi zu sein. Wenn das wahr ist, ist es nichts, was man mal eine Weile hinten anstellt. Es erfordert Arbeit. Das Evangelium sollte Teil unseres Wesens sein, etwas, das auf unsere Seele fällt „wie der Tau vom Himmel” (LuB 121:45).

2 Mormone zu sein bedeutet nicht, möglichst viele Kirchenfreundschaften zu haben

Auch wenn das Evangelium Hoffnung und Freude bringt, kann das Erlebnis am Sonntag in der Kirche auch negativ verlaufen.

Wenn uns das, was andere über uns denken, wichtiger ist, als was Gott von uns hält, verstehen wir nicht, worum es geht. Natürlich sind Freundschaften in der Gemeinde wichtig, aber sie sind nur ein Bonus.

Im Glauben der Mormonen geht es um die Beziehung zum himmlischen Vater und zu Jesus Christus. Es geht darum, dazuzulernen und nach dem Evangelium zu leben. Das ist der Grund, weshalb wir zur Kirche gehen. Darum gehen wir Heim- oder Besuchslehren. Darum geht es.

Wie in anderen Kirchen auch, können Mitglieder manchmal unfreundlich sein, beleidigend oder nervend. Aber wir haben nicht verstanden, worum es geht, wenn wir von der Kirche wegbleiben, nur weil ein anderer sich uns gegenüber falsch verhält.

3 Auch Mormonen wissen nicht alles

Im Evangelium Christi und dem Glauben der Mormonen finden wir aber alle Antworten, die von Bedeutung sind. Wir wissen, woher wir kommen, wissen, was unser Zweck auf der Erde ist und wie wir zum himmlischen Vater zurückkehren können. Das ist es, worauf es ankommt.

Oft wollen wir Antworten auf alle Fragen, die wir haben. Aber auch wenn die Mormonen sehr viele Antworten kennen, gibt es noch mehr, was wir nicht wissen. Damit müssen wir uns abfinden.

Wir wissen nicht, wo genau Zarahemla lag, warum genau wir keinen Kaffee (als Teil des Wortes der Weisheit) trinken dürfen oder was zum Kuckuck ein Kurelom (Ether 9:19) ist. Und das ist in Ordnung.

„Du weißt nicht alles, aber du weißt genug!“ (Neal L. Anderson)

4 Ein Prophet ist kein Superheld

Der Ende des Krieges. Moroni bleibt übrig.

In den Schriften lesen wir all diese unglaublichen Geschichten. Ammon schlägt allen die Arme ab, Daniel überlebt die Löwengrube, Nephi baut einfach mal ein Schiff. Manchmal vergessen wir, dass diese Propheten aber auch Menschen waren. Natürlich waren sie alle etwas Besonderes. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch sie nicht perfekt waren und sind.

Ich denke, dass wenn wir so viel über die biblischen und Buch-Mormon-Propheten wüssten, wie wir über Joseph Smith wissen, würden wir sie auch mit anderen Augen sehen. Natürlich würde das keinen Unterschied für ihre Berufung als Prophet machen – aber vielleicht wäre unsere Sichtweise etwas realistischer.

5 Das Sühnopfer ist für mich

Viele von uns wissen, dass das Sühnopfer für jeden gilt – warum ist es aber so schwer, es auf uns selbst anzuwenden?

Oft vergeben wir anderen freimütig, aber machen uns selber wegen Dingen, die wir in der Vergangenheit falsch gemacht haben, fertig.

Wir täten gut daran, uns daran zu erinnern, dass sich selbst zu vergeben auch zur Vergebung gehört. Zum Glück ist das Sühnopfer kein Gutschein, der irgendwann verfällt, dessen Guthaben irgendwann aufgebraucht ist oder den wir verlieren können.

Wir können immer und immer wieder vom Sühnopfer Gebrauch machen. Dafür ist es da. Wiederholt Fehler zu machen, kann schmerzlich sein – aber das geht jedem von uns so. Jeder von uns kann Frieden haben. Wir sind nicht außer Reichweite für die Liebe Christi. Das Sühnopfer Christi ist ein Geschenk und er möchte, dass wir davon Gebrauch machen.

Dieter F. Uchtdorf hat gesagt: „Bedenken Sie, dass der Himmel voll ist von Menschen, die eines gemein haben: Ihnen wurde vergeben. Und sie vergeben ihrerseits. Legen Sie Ihre Last dem Erlöser zu Füßen… Lassen Sie zu, dass das Sühnopfer Christi Ihr Herz wandelt und heilt. Lieben Sie einander. Vergeben Sie einander.”


David Snell

David Snell ist stolz darauf, Mitglied der Kirche Jesu Christi zu sein. Er hat einen Abschluss von der BYU, ist Gründer von „The Sunday Pews” und hat unter anderem Erfahrungen als Autor für Mormon Newsroom Pacific, KBYU11, Classical 89 Radio und FamilyShare.com gesammelt. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und möchte den Tag für uns ein bisschen schöner machen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 18.12.17 auf mormonhub.com unter dem Titel „5 Things Even Some Mormons Don’t Understand About Mormonism” veröffentlicht. Der Autor ist David Snell. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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