Wenn du diesen Artikel liest, dann kann ich davon ausgehen, dass du lesen kannst, Zugang zu einem Computer und einer Internetverbindung hast, wodurch es dir besser geht als den meisten Menschen, die jemals auf diesem Planeten gelebt haben. Abgesehen von einem Brand, der meine Obsternte im letzten Jahr zunichte machte, sind die meisten meiner Probleme Luxusprobleme. Dies kann es manchmal schwierig machen, sich mit Menschen im Alten Testament zu identifizieren. Ich war nie ein Sklave, für die meisten meiner Lebensmittel bin ich nicht auf Regen angewiesen, und die Chancen, dass meine Heimat von einer ausländischen Staatsmacht überfallen wird, sind sehr gering. Aber die Moderne hat ihre eigenen Herausforderungen mit sich gebracht. Herausforderungen, die sehr real sind, wenn man mittendrin steckt. Auch wenn sie für Menschen, die ihr Ackerland mit Löwen teilen mussten, lächerlich erscheinen mögen. Also, hier ein paar Gedanken zum Umgang mit Luxusproblemen.

„Ich schlage meine Wohnstätte in eurer Mitte auf und habe gegen euch keine Abneigung. Ich gehe in eurer Mitte; ich bin euer Gott und ihr seid mein Volk. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Land der Ägypter herausgeführt hat, sodass ihr nicht mehr ihre Sklaven zu sein braucht. Ich habe eure Jochstangen zerbrochen und euch wieder aufrecht gehen lassen.”

(Levitikus 26:11-13)

Da wir nicht mehr in Zelten leben, ist es merkwürdig, dass Gott sein Zelt (sein Tabernakel) mitten unter uns aufschlägt. Heute bauen wir Häuser für Gott und weihen sie ihm. Aber die einfache Tatsache, dass Gott mit uns leben will, sollte uns aufhorchen lassen. Warum sollte ein kosmisch mächtiges, gutes Wesen inmitten seiner gefallenen Schöpfungen leben wollen? Eigentlich sollte seine Seele uns als gefallene Wesen verabscheuen. Er sollte sich weigern, sich mit Wesen zu vereinen, die gewöhnlich seine Gebote brechen. Und doch tut er es nicht. Die einzige Erklärung für dieses Verhalten ist, dass er uns wirklich liebt. Nicht in einem abgedroschenen, unbedeutenden Sinn, sondern so, dass er sich die Hände für uns schmutzig machen würde. Er ist bereit, uns aus keinem anderen Grund als aus Liebe durch den Sumpf des Lebens zu helfen.

Mit Jesus Ziele erreichen

Gott will unter uns wandeln, damit er unser Gott sein kann und wir sein Volk sein können. Ich denke, er will das auf die menschlichste Art und Weise. Er möchte, dass wir auf seinen Wegen gehen und mit ihm so reden, wie wir mit unseren engsten Freunden reden würden. In der modernen Welt ist es schwierig, uns lange genug zu konzentrieren, um wirklich mit Gott zu gehen, aber das ist es, was er immer noch von uns verlangt. Er möchte, dass wir seine engen, persönlichen Freunde sind, nicht nur flüchtige Bekannte. Er möchte, dass wir einen Zustand erschaffen, in dem er wirklich „unter uns wandeln” kann, damit wir seine Gegenwart fühlen können, selbst in den alltäglichsten Momenten.

Wir waren nie Sklaven in Ägypten, aber manchmal habe ich mich wie ein Sklave meiner Probleme gefühlt. Ich war ein Sklave meiner Ängste, ich war ein Sklave der Hoffnungslosigkeit, ich war ein Sklave der ständigen Liste an Dingen, die uns in der modernen Welt belasten. Das sind Probleme, die irgendwann aufhören, aber sie fühlen sich so real an, wenn man mittendrin steckt. In Johannes 11, als Lazarus starb, kam Jesus zu seinen Schwestern Maria und Martha. Als er mit ihnen sprach, wusste er, dass ihre Probleme in wenigen Minuten gelöst sein würden; Er war buchstäblich auf dem Weg zum Grab, um Lazarus wieder zum Leben zu erwecken. Doch er sagte nicht zu ihnen: „Kopf hoch, eure Probleme werden bald vorbei sein.” Er weinte. Er räumte ein, dass ihr Problem schmerzhaft und real war, und weinte mit ihnen. Und wenn wir uns heute unseren vorübergehenden Problemen versklavt sehen, so klein sie auch sein mögen, können wir sicher sein, dass er uns geduldig zuhören und uns dann helfen wird, die richtige Sichtweise zu behalten. (LuB 121:1-7)

Im alten Ägypten bestand die Sklaverei darin, die Last schwerer Joche zu tragen. Joche waren gebogene Stäbe, welche auf dem Hals und den Schultern einer Person lasteten. Am jeweiligen Ende der Stäbe waren an Seilen Eimer festgebunden, welche mit Lehmziegeln gefüllt waren, damit man diese zum Einsatzort tragen konnte. Als die Kinder Israels in Ägypten Sklaven waren, verbrachten sie den Großteil des Tages gebeugt von den schweren Lasten. SIe arbeiteten manchmal den ganzen Tag, ohne einmal aufrecht gehen zu können. Als Gott die Israeliten aus Ägypten befreite, sagte er: „Ich habe eure Jochstangen zerbrochen und euch wieder aufrecht gehen lassen.” (Levitikus 26:13)

Manchmal sind auch wir von unseren Lasten gebeugt, bedrückt durch unsere Probleme oder To-Do-Listen. Wir verbringen Tage damit, auf den Boden zu schauen und auf unsere Ziele zuzustolpern, ohne den Blick voller Vertrauen nach oben zu wenden. So wie Gott das Joch der Israeliten zerbrochen hat, so kann er uns von unseren Lasten befreien, uns an unsere Identität als seine Kinder erinnern und uns das Selbstbewusstsein geben, „aufrecht zu gehen”.

Unter welcher Form der Sklaverei du dich auch befindest, denke daran, dass du ein Kind Gottes bist und dass er dich von deinen Lasten befreien kann und dir helfen kann aufrecht zu gehen.


Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich auf biblejonsmusings.blogspot.com unter dem Titel „Walking Upright” veröffentlicht. Übersetzt von Janine Windhausen.

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