Italien ist zeitlos und dennoch historisch. Es ist immer noch eine religiöse Gedenkstätte, und seine gepflasterten Straßen führen Besucher in die Zeit zurück, als Petrus selbst noch durch die Straßen Roms ging. Zurück in die Zeit, in der Kunst nicht nur als Möglichkeit angesehen wurde seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern noch als Beweis dafür galt, dass Gott der höchste Schöpfer und eine Quelle für Inspiration ist.

Nach einem Tag zwischen den rissigen Wänden und der alten Farbe der Denkmäler bleiben die Besucher zwar sprachlos, aber enttäuscht zurück.

Niemals werden ihre Fotos den Frieden ausdrücken, den sie verspürten, als Dämmerung sich über die Felder der Toskana legte, noch Umfang und Bedeutung der Fragen, die ihnen auf dem Herzen lagen, als sie aus der U-Bahn-Station heraufkamen und als Erstes dem atemberaubenden, riesigen Kolosseum gegenüberstanden.

In heißen Sommern steigt in den Touristen die Erinnerung auf an den frischen Geschmack von gelato al limone und richtiger Pizza Margherita – mit Basilikum und Tomaten, saftigem Mozzarella und über Feuer gebacken.

Und während dieses gesteigerte Bewusstsein im Herzen bewahrt werden wird,  wird bald vielleicht der Geist, den man beim Tempel der Kirche Jesu Christi fühlen kann, das beste Souvenir sein, das sie mit nach Hause nehmen.

Übersicht:

    • Bauvorbereitungen
    • Vergangenheit und Zukunft Roms
    • Wachstum der Kirche
    • Die Wandgemälde des Tempels
    • Wie aktuell Tempelarbeit in Italien aussieht

Bauvorbereitungen

Überblick:

Adresse: Via di Settebagni, 376, Rome, Italy.

Baugrundstück: 5,8 Hektar

Tempelgrundstück: 3700 Quadratmeter

Bisheriger Verwendungszweck: landwirtschaftliche Nutzung

Kauf des Grundstücks

Wheat and Poppy fields near the Rome Italy Temple

Bufalotta, Rom: Offenes Ackerland, mediterrane Pinienbäume, Weizen, rote Mohnblumen in der Nähe des Tempelgrunds in der Via de Settebagni

Im Jahre 1997 stellte der Missionspräsident der Italien-Rom-Mission, Leone Flosi, bei der Gebietsverwaltung Europa den Antrag auf Bau eines Gemeindehauses für die Gemeinde Rom 2. Nachdem der Antrag genehmigt worden war, wurde Bruder Vioncenzo Modugo, ein Gebäudetechniker, der gerade in Rente gegangen war, damit beauftragt, sich entsprechend im Norden Roms auf die Suche zu machen.

Zwei Jahre lang sah Bruder Modugno gemeinsam mit den dortigen Kirchenführern unentwegt Zeitungsanzeigen durch und fuhr mit einem hellgrauen Opel Zafira durch die Straßen Roms, um mögliche Grundstücke einzuschätzen. Seine italienischen Leder-Mokassins oder, je nachdem, welcher Tag es war, auch Budapester, ließen den Motor des Dienstwagens der Kirche aufheulen, während er mit suchendem Blick und zusammengezogenen Augenbrauen über die Frage nachdachte: Wofür würde man dieses neu erworbene Land denn wirklich verwenden?

In der Zwischenzeit hatten zwei aufeinanderfolgende Missionspräsidenten das gleiche Gefühl, nämlich, das Grundstück würde nicht nur für ein Gemeindehaus gebraucht, sondern auch für einen Tempel.

Am Morgen eines Herbsttages im Jahre 1999, nachdem die Kirchenführer drei weitere potentielle Grundstücke gefunden und evaluiert hatten, genehmigte die Kirche schlussendlich den Kauf einer Wertanlage an der Via di Settebagni: ein malerisches Stückchen Land, zwischen Höfen und Grasflächen und Pinienbäumen.

In jenem November wurde bereits der größte Teil des Landes erworben, der Rest des Grundstücks, auf dem eines Tages ein Tempel stehen sollte, bis Februar 2000.

Instandsetzung des Grundstücks

Tempelgrund Rom

Die Karte zeigt die Gebäude an der Via di Settebagni vor Beginn des Tempelbaus

Modugno half nicht nur beim Erwerb des Grundstücks für den Tempel, sondern auch bei der Verwaltung der Gebäude und Gärten auf dem Grundstück nach dem Kauf. Das herausragendste Merkmal dort war ein dreistöckiges Bauernhaus.

Im Erdgeschoss des Hauses befanden sich drei Schienen, an denen Vieh aufgehängt und geschlachtet wurde. An den Wänden standen aufgereiht riesige Holzfässer, in denen 1500 Liter Wein gelagert waren.

Die Scheune war vollgepackt mit Futter, Heu, einem Pflug und anderen landwirtschaftlichen Geräten. Um die Scheune herum gab es Schweinepferche und Hühnerställe, und an der Rückseite befanden sich ein Pizza-Steinofen und ein Brunnen, der nie versiegt war.

So schön das Ackerland auch war, es war verkommen, und das Gebäude hielten Zigeuner besetzt. Es gab keinen Zaun, und das Land war frei zugänglich, aber die oberen Stockwerke des Gebäudes waren noch immer wohnlich.

Präsident Pacini, der dort zu diesem Zeitpunkt Missionspräsident war, beschloss, dass dieses Gebäude als Wohngebäude für die Missionare in der Verwaltung genutzt werden sollte und für Missionare, die wegen Konferenzen zu Besuch kamen. Man stellte einen Zaun auf und brachte Hochbetten und Matratzen in die oberen Stockwerke.

Februar 2015: Vincenzo Modugno erinnert sich daran, wie er half, das Land für den Tempelbau zu behaupten. Er sitzt bequem auf seinem türkisfarbenen Wohnzimmersofa und streicht sich mit der Hand über das ausgedünnte braune Haar und die grauen Koteletten: “Als die Missionare das Gebäude verließen, versuchten die Zigeuner, das Gebäude erneut zu besetzen”, sagte er auf seine Knie gestützt, leicht frustriert bei der Erinnerung daran. Er schüttelt missbilligend den Kopf und sieht dabei genau wie ein braungebrannter Robert De Niro aus. Bei der Vorstellung, dass ein solch geduldiger, liebenswürdiger Mann wie Modugno ein Haus voller Romafrauen und -kinder – in ihre erdfarbenen Schals gewickelt, mit von den Handgelenken hängenden klimpernden Goldarmreifen, die langen Röcke hinter sich herziehend – räumt und dabei vielleicht fragt: “E voi che ci fate qui?”,  muss man unwillkürlich schmunzeln. Bevor der Bau des Tempels offiziell angekündigt wurde, kümmerte sich Modugno unaufhörlich darum, dass die Zigeuner und Schafhirten sich nicht auf dem Land aufhielten und den Bauernhof zerstörten.

Das Land wird gesegnet

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Ein Missionspräsident hatte eine ganz spezielle Art und Weise, wie er für das Tempelgrundstück betete.

“Anfangs dachte ich nicht, dass es das Land für den Tempel sein würde”, gibt Modugno zu.

“Es gab dort nichts. Keine Busse, keine Straßenbahnen oder öffentliche Dienstleistungen. Es gab nicht einmal eine Ausfahrt von der Autobahn, die 450 Meter vom Tempel verläuft. Jedoch gab es einen Missionspräsidenten, der schon mit einer spirituellen “Aktivität” auf dem Land begonnen hatte, bevor irgendjemand auch nur ahnte, dass es als Grundstück für den Tempel verwendet werden würde.

“Auf dem Grundstück gibt es wahrscheinlich mehr als 100 Olivenbäume”, stellt Vincenzo fest und stottert dabei etwas, wegen seiner Unsicherheit mit Zahlen in einer fremden Sprache.

Ab Herbst 1999 trafen jeden Donnerstagmorgen unter Jetlag leidende und zum Teil ziemlich verängstigte Missionare in Rom ein. Sie konnten sich dank des Adrenalinschubs aufgrund all der neuen Erfahrungen wachhalten. Manche von ihnen hatten noch nie in einem Flugzeug gesessen oder waren auch für keinen weiteren direkten Dienst in Rom vorgesehen.

Daher nahm Präsident Pacini drei Jahre lang alle sechs Wochen alle neuen Missionare am helllichten Tag auf eine kurze Führung durch Rom mit und führte sie anschließend zur Via di Settebagni – dem heutigen Tempelbauland – damit sie sich die Olivenbäume anschauen konnten.

“Die meisten dieser Missionare würden wahrscheinlich nie mehr die Gelegenheit haben, einen Olivenbaum zu sehen”, erklärt Vincenzo mit einem sanften Lachen. Vincenzo half, die Olivenbäume zu beschneiden, damit Präsident Pacini den Unterschied zwischen einem wilden und einem edlen Ölbaum aufzeigen konnte.

Nachdem sie im Garten angekommen waren und sich die Zeit genommen hatten, die Olivenbäume zu bewundern und die Symbolik des Ölbaums zu erläutern, ließ Präsident Pacini die Missionare sich einen abgelegenen Ort im Garten suchen, an dem sie inmitten der friedlichen Natur niederknien und beten konnten.

“Wir hatten nicht das Recht dazu zu sagen, dass das Land für einen Tempel bestimmt war”, stellte Präsident Pacini fest, als er über diese Momente im Olivenhain nachdachte. “Aber wir haben immer erklärt, dass die Brüder nicht Geld in dieses Stück Land investiert hätten, wenn sie sich nicht sicher gewesen wären, dass die Kirche eine Zukunft in Italien hat.” Dieses Gebet im Olivenhain war ein Symbol für das Gebet des Erretters, das er kurz vor seiner Kreuzigung im Garten Getsemani, dem Olivenhain, sprach. Pacini erklärte bescheiden: “Meine Herausforderung bestand schlicht und einfach darin, sicherzugehen, dass ich das, was der Herr verlangte, tat – denn es ist sein Werk und nicht meines.”

Die Missionare kehrten nach dreimonatiger Mission noch einmal zu Präsident Pacini in Rom zurück. Nachdem sie sich der italienischen Sprache gestellt hatten, waren viele entmutigt, weil sie das Gefühl hatten, dass sie den Herrn enttäuschten, da sie sich nicht fließend mit den Untersuchern der Kirche unterhalten konnten.

Das Treffen mit Präsident Pacini und anderen Missionaren aus der gleichen Gruppe half ihnen, den riesigen Fortschritt zu erkennen, der stattgefunden hatte. Viele Hundert Missionare wurden gebeten, an einer weiteren “Aktivität” teilzunehmen, die ihren Blickwinkel veränderte.

Präsident Pacini ließ alle Missionare einen persönlichen Brief an sich selbst verfassen, in dem sie so taten, als wäre die Missionszeit bereits um – dabei waren sie erst seit drei Monaten auf Mission. “Was habt ihr erreicht?”, fragte er. Präsident Pacini hielt es für einen machtvolleren Weg, sich zu diesem Zeitpunkt ihrer Mission ein Ziel zu setzen.

Präsident Pacini tat das die ganzen drei Jahre über, in denen er Missionspräsident war, und bewahrte alle Briefe der Missionare auf.

Mit Tränen in den Augen beschrieb Pacini, dass in vielen der Hunderte von Briefen der Tempel erwähnt wurde, bevor der Tempel überhaupt angekündigt worden war. “Sie schrieben etwa: Wie wundervoll ist es doch, im Weingarten des Herrn zu sein, dort zu arbeiten und dabei zuzusehen, wie ein Pfahl gegründet und begonnen wird, einen Tempel zu bauen.”

Ein Tempel aus Stein wurde in ihrer Zeit als Missionare nicht gebaut. “Es war ihre Vision”, wie Präsident Pacini sagte.

Vergangenheit und Zukunft Roms

Überblick:

Religiöse Verfolgung in Rom: Wer nicht dem Glauben der Römer folgt, wird hingerichtet. Etwa 50 Jahre lang waren Bacchanten, Druiden, Juden und Christen immer wieder Ziel dieser Verfolgung.

Anzahl der während des Römischen Reiches getöteten Christen: schätzungsweise 100.000 Heilige

Wer das Evangelium nach Italien brachte: Präsident Lorenzo Snow

Es war sein Traum, den Bau von Tempeln der Mormonen in Europa voranzutreiben: Ezra Taft Benson

Christenverfolgung im Römischen Reich

Religious Persecution in Rome

In Rom wurden Christen wegen ihres Glaubens gefoltert und getötet.

Um die Visionen verstehen zu können, die das heutige Wachstum der Kirche in Italien bereits erahnen ließen, müssen wir uns zuerst die Geschichte anschauen. Eines der bedeutendsten Ereignisse in Italien waren die religiösen Verfolgungen im Römischen Reich nach der Kreuzigung Christi.

Jeder, der nicht die Glaubensansichten der Mehrheit der Römer teilte, wurde als Bedrohung des Römischen Reiches (bzw. der römischen Herrscher) angesehen. Christen wurden wegen des Symbolgehalts des Abendmahls – als Repräsentation des Körpers und Blutes Christi – als Kannibalen angesehen. Sie wurden auch als Atheisten betrachtet, weil sie sich weigerten, sich den römischen Göttern zu unterwerfen.

Nicht alle Römer hassten die Christen. Aber Nero Claudius Caesar brachte seinen Hass deutlich zum Ausdruck..

Es wird vermutet, dass der römische Kaiser Nero (54-68 n. Chr.) den Großen Brand Roms selbst verursachte und ihn dann den Christen zuschrieb, um so die anschließenden Folterungen und Hinrichtungen zu rechtfertigen.

Der nicht-christliche Historiker Tacitus lebte zur Zeit der Hinrichtung dieser Heiligen. Als Zeitzeuge schrieb er: “Nero beschuldigte die so genannten Christen fälschlicherweise und quälte sie mit exquisiten Strafen.”

Die Heiligen, die zu ihrem Glauben standen, wurden ergriffen und verurteilt und dann schwer bestraft. Die Hinrichtungen wurden in Spielen durchgeführt. Manche Heilige wurden mit Tierhaut bedeckt und lebendig von Hunden gefressen. Andere wurden wie Christus ans Kreuz genagelt oder angezündet und nachts als Fackeln verwendet.

Der Apostel Petrus war einer derjenigen, die gekreuzigt wurden. Er fühlte sich nicht würdig, den gleichen Tod wie Christus zu erleiden und bat darum, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden. Paulus, ein römischer Bürger, war ein weiterer Apostel, der im Zuge dieser religiösen Verfolgung geköpft wurde.

Es wurden etwa 100.000 Mitglieder der Kirche im Zirkus Maximus, in Neros Zirkus – dort, wo sich heute der Vatikan befindet – und an weiteren Orten im Römischen Reich abgeschlachtet.

“In Italien starben Zehntausende treuer Gläubiger wegen ihres Zeugnisses”, bestätigt Pacini voller Emotionen.

“Und dieses Blut heiligt dieses Land … Ganze Familien wurden vernichtet. Es gibt keine Ahnen, die ihre Arbeit tun könnten.” Er hält kurz inne und erklärt feierlich über die Vergangenheit Roms:

“Es gibt niemanden mehr.”

Nach diesem Satz folgt tiefes Schweigen, so als ob Pacini auf die Worte, die er als nächstes sagen würde, wartete. “Diese Christen beten stärker als jeder andere dafür, dass sie entdeckt werden und dass die Arbeit [im Tempel] für sie getan werden kann.”

Inspirierte Briefe von Lorenzo Snow

piedmont, italy

Piedmont, Italien; Lorenzo Snow diente dort als Missionar

 

Lorenzo Snow reiste im Herbst 1850 mit zwei Mitarbeitern nach Italien, um in den Tälern Italiens das wiederhergestellte Evangelium vorzustellen. Zu Beginn seiner Mission schrieb er einen Brief aus Piedmont an Brigham Young, in dem er von seiner Ankunft in Italien und der großen Aufgabe, die vor ihm lag, berichtete.

“Es war bekannt, dass wir hier waren, um eine Kirche aufzubauen”, hielt Elder Snow fest. “Viele dachten, das sei unmöglich.”

Nachdem sie einen Berg bestiegen und viele Stunden gemeinsam im Gebet verbracht hatten, konnten sie Fortschritt und Zustimmung von den ersten Italienern erkennen.

Sieben Monate später machte sich Lorenzo Snow auf den Weg nach England, um die Übersetzung und Veröffentlichung des Buches Mormon auf Italienisch zu beaufsichtigen.

Bevor er aus Turin wegging, schrieb er einen Brief an Präsident Hyde bezüglich seines Weggangs und dachte über Italien und die Verfolgung der Gläubigen in der Vergangenheit und über die Zukunft der Kirche in Italien nach.

Selbst zu diesem Zeitpunkt betrachteten sich die Protestanten und Katholiken gegenseitig wie zu Zeiten Neros als Ausgestoßene, sahen in sich selbst jeweils jedoch die Lieblinge des Himmels.

Nachdem er so über diesen Konflikt und die Verzweiflung dieser religiösen Absonderung nachgedacht hatte, begann Elder Snow, sich von der Großartigkeit des Römischen Reiches zu distanzieren. Wie als Gebet an Italien schrieb er: “Oh Italien! Du Geburtsstätte und Grabstätte der stolzen Kaiser … Land der Literatur und schönen Künste, einst Zentrum der Kultur.”

Im Rückblick auf die vergangene Christenverfolgung schrieb er: “Unter den staubigen Feldern und Weinbergen liegen Poeten begraben, die Lobeslieder für Nationen gesungen haben, und Prinzen, die das Zepter ihrer Macht in manch einer Krise führten!”

Und schließlich wendet sich der Höhepunkt seines Gebets an die Einwohner Italiens und an die künftigen Generationen: “Oh Italien! … Deine Zukunft strahlt heller als deine Vergangenheit, und deine Kinder werden einst berühmter sein als die der vergangenen Zeiten.”

Man könnte behaupten, dass die Worte Lorenzo Snows das Fortschreiten des Evangeliums bis hin zum Bau des Tempels widerspiegeln.

Nicht nur ein Segen für Italien

Satellite image of Europe at night

Die Verteilung von Gottes Kindern in Europa aus dem Weltraum

Spulen wir nun 160 Jahre vorwärts, zur Grundsteinlegung des Rom-Tempels. Gebietspräsident Elder Kopischke erzählte in seiner Ansprache anlässlich der Grundsteinlegung eine Begebenheit des 13. Propheten der Kirche Jesu Christi, Ezra Taft Benson.

Präsident Benson hatte einen Traum, der seinen Wunsch stärkte, ein Grundstück für einen Tempel in Italien zu finden.

In diesem Traum erschien ihm Karl Maeser. Der gebürtige Deutsche Karl Maeser war Lehrer und einer der ersten Direktoren der heutigen Brigham Young Universität in Provo. Er sagte zu Präsident Benson:

“Bruder Benson, was tun Sie, um die heilige Tempelarbeit unter meinen Leuten in Europa zu fördern? Würden Sie bitte alles tun, was Sie können, um sie zu realisieren?”

Allein schon diese Begebenheit deutet auf Wachstum der Kirche Jesu Christi und auf Tempel nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa hin.

Präsident Pacini dachte über diese Aussage aus Präsident Bensons Traum nach und gab wie folgt die Idee weiter, dass dieser Tempel nicht der einzige Segen sei, den wir weltweit sehen werden.

Er sagte: “Der himmlische Vater liebt alle seine Kinder gleich … Er vollbringt die gleichen Wunder unter all seinen Kindern, wo auch immer sie sich befinden … Wir sind einfach gesegnet, dass wir dieses sehen können.  Aber es ist nur ein Indikator dafür, was tausendfach überall auf der Welt geschieht.”

Wachstum der Kirche in Italien

Überblick:

Neue Mitglieder seit Oktober 2000: >2000

Pfähle, die seit 2008 gegründet wurden: 5

Neue Pfähle: Verona, Palermo, Rom West, Mailand Ost, Florenz

Aktuelle Daten für Italien: 10 Pfähle, 25.453 Mitglieder

Wachstum durch den Tempel

Pfähle in Italien

5 der 10 Pfähle wurden nach der Ankündigung des Tempelbaus in Italien gegründet

Vincenzo Modugno, der zur Zeit als zweiter Ratgeber in der Bischofschaft der Gemeinde 4 in Rom dient, brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck: “Ich bin mir sicher, dass es mehr Mitglieder geben wird. In unserem Zweig gab es früher nur etwa 35 aktive Mitglieder. Heute sind  es in unserer Gemeinde 70-75.”

Es gibt viele, die davon überzeugt sind, dass der Tempel damit zu tun hat. Vincenzo ist überzeugt, dass der Tempel dabei geholfen hat, die Anwesenheit und das Engagement der Mitglieder zu steigern.
“Jeder blickt dem Bau des Tempels entgegen. Man ist begeistert, und der Wunsch, das Werk zu tun, wächst”, sagt Vincenzo voller Begeisterung und mit leichtem Zittern in der Stimme.

Sowohl in geistiger als auch praktischer Hinsicht, so Präsident Ciacci, der Pfahlpräsident des Pfahles Rom West, hätte der Tempel viel mit diesem Wachstum zu tun.

Er sagte, dass, realistisch gesehen, der Tempel der Kirche Jesu Christi den Bekanntheitsgrad der Kirche gesteigert habe.

“Weil der Tempel in den Nachrichten, der Zeitung und Zeitschriften auftauchte, wissen viel mehr Menschen von der Kirche. Auf geistiger Ebene gesehen denke ich, dass der Herr möchte, dass in dem Tempel einiges an Arbeit verrichtet wird, und dafür braucht er mehr Leute, die dazu bereit sind.”

Präsident Pacini stimmt mit Dini Ciacci darin überein, dass das Stärken der Mitglieder den Tempelbau vorantreibt. Während seiner Zeit als Missionspräsident fragten ihn einige Leute, weshalb die Missionare auf ihrer Mission so viel Erfolg hätten. Pacinis Antwort lautete: “Sie hatten die Vision, ein Reich Gottes aufzubauen. Es handelte sich nicht um ein Programm, bei dem es eine Auszeichnung gegeben hätte. Es gab nicht einfach viele unwichtige Ziele. Sie waren hier, um einen Tempel zu errichten. Und sie wussten, dass dafür zuerst Pfähle errichtet werden müssten. Und um einen Pfahl aufzubauen, musste es gute und starke aktive Familien in jedem Zweig geben.”

Segen und Herausforderungen

Alessandro Dini Ciacci presenting plans for the Rome Temple

Pfahlpräsident Dini Ciacci stellt dem Vizebürgermeister Roms, Luigi Nieri, den Entwurf für den Tempel vor

Als Präsident Monson den Bau des Tempels ankündigte, war im Konferenzzentrum ein leises nach Luft Schnappen und ein Raunen zu hören. In den Pfahlgebäuden und Häusern in Italien wurde es laut.

Voller Enthusiasmus erzählte Vincenzo: “Ich sage euch, im Pfahlzentrum waren die Leute am Herumspringen, sie weinten, lachten und umarmten sich … wir sahen unseren Pfahlpräsidenten (derzeit Elder Massimo De Feo von den Siebzigern) herumspringen, lachen und weinen nach dieser Ankündigung.”

Vincenzo Modugno lehnt sich wieder gemütlich auf seinem Wohnzimmersofa zurück und sagt dann voller Leidenschaft: “Das Gefühl war so stark. Ein tolles Gefühl, an das ich mich noch gut erinnere.”

Dini Ciacci, der Pfahlpräsident, wurde schon von vielen italienischen Mitgliedern gefragt, wann der Tempel denn vollendet sei. Er antwortet ihnen: “Besucht den Schweizer Tempel so oft wie möglich, so dass ihr, wenn der Rom-Tempel fertiggestellt ist, auf jeden Fall bereit seid.”

So gerne Dini Ciacci auch sagen würde, dass die größte Herausforderung für die Mitglieder in Italien die Ungeduld sei, den Tempel endlich fertiggestellt zu sehen, gibt es doch eine viel größere Herausforderung.

“Auf jeden Fall konnten wir sehen, wie der Widersacher gegen Paare und Familien kämpft. Das ist die größte Herausforderung, die ich sehen konnte”, sagt Präsident Dini Ciacci feierlich.

Zum Glück wurden einige gewarnt, bevor der Bau des Tempels überhaupt begonnen hatte. Mitglieder sagten zu Dini Ciacci: “Satan streckt sich noch einmal aus. Er wird alles Mögliche tun, um die Menschen davon abzuhalten, für den Tempel bereit zu sein.”

Bedauerlicherweise muss Dini Ciacci zugeben, dass er den Einfluss Satans auf die Mitglieder bereits sehen konnte. Präsident Dini Ciacci sagte: “Heutzutage ein Mitglied in Italien zu sein bedeutet, dass man starken Glauben haben muss, sonst schafft man es einfach nicht.”

Als Präsident Pacini diese Aussage vor seinem Esszimmerfenster sitzend und in die erleuchtete Nacht über Salt Lake City blickend hörte, beeilte er sich hinzuzufügen: “Dies ist für Mitglieder in Italien nicht anders als für Mitglieder in Denver oder sonst irgendwo auf der Welt. Die Italiener aber müssen viel stärker gegen die Heerscharen des Satans kämpfen, weil dieser nicht möchte, dass dieser Tempel Erfolg hat … Damit muss man rechnen und voller Glaube vorangehen.”

Bekehrungen

Arial view of the Rome Italy Temple construction

Der neue Tempel der Mormonen in Rom, mitten in der Bauphase

Trotz dieser Herausforderungen für die italienischen Mitglieder hat der Tempel auch einen starken geistigen Einfluss auf die Nichtmitglieder. Auf dem Tempelbauplatz arbeiten viele Bauarbeiter, die keine Mitglieder der Kirche sind, und viele Missionare, die beim Übersetzen usw. helfen.

Einer der vorgesetzten Bauarbeiter bat die Missionare, ihn über die Kirche Jesu Christi zu belehren. Während dieser Belehrungen bekam der Arbeiter ein Zeugnis von den Dingen, die ihm beigebracht wurden und beschloss, sich der Kirche Jesu Christi anzuschließen.

Präsident Pacini erinnert sich, dass er von diesem Bauarbeiter gehört hatte. Die Bekehrung war für die Baufirma so beunruhigend, dass sie ihn versetzte. Man wollte nicht, dass andere seinem Beispiel folgten. Daraus ergab sich allerdings eine weitere Bekehrung.
“Vor nicht allzu langer Zeit folgte jemand dem Beispiel des Bauarbeiters und schloss sich ebenfalls der Kirche an”, sagt Pacini.

Für andere Mitglieder war es ein Segen, die Generalautoritäten der Kirche Jesu Christi beobachten zu können, wenn sie das Tempelgrundstück aufsuchten.

Für Pfahlpräsident Dini Ciacci war es ein persönlicher Segen, der Ersten Präsidentschaft, dem Quorum der zwölf Apostel und anderen Generalautoritäten den Tempel zeigen zu dürfen..

“Ich staune immer, wenn ich ihnen begegne und ihre Hingabe für das Haus des Herrn sehen kann. Sogar für einen Tempel, der noch gar nicht fertiggestellt ist .. sie sehen ihn wirklich als Haus des Herrn.”

Im Oktober 2015 traf sich Präsident Henry B. Eyring mit dem Papst und einigen anderen religiösen Führern im Vatikan zu einer Konferenz zum Thema Ehe und Familie.

An diesem Sonntagnachmittag wurden Präsident Dini Ciacci und seine Frau dazu eingeladen, mit Präsident Eyring den Tempel zu besuchen.

Präsident Dini Ciacci fehlen die Worte, diese Erfahrung zu beschreiben.

“Hier war ein Apostel des Herrn im Haus des Herrn. Es war eine sehr geistige Erfahrung. Ich kann nun wirklich sagen, dass wir von wahren Aposteln geführt werden und dass der Herr seine Kirche durch sie leitet.”

Das Wandgemälde

Überblick:

Künstler: Leon Parson

Entscheidungsfindung: Die Erste Präsidentschaft wählt den Künstler sorgfältig aus

Kosten für das Gemälde beinhalten: Leinwand, Farbe, Pinsel/ Werkzeuge, Malatelier und Reisekosten

Beginn des Kunstwerks: Mai 2015

Bewerben um das Wandgemälde

The Rexburg, Idaho temple at Sunset

Rexburg-Idaho-Tempel – einer der Tempel, für die Leon Parson das Wandgemälde gestaltet hat.

“Ein Wandgemälde für einen Tempel zu malen ist ein Wettbewerb”, sagte Lean Parson, der Kunstmaler des Wandgemäldes im Rom-Tempel.

Parson ist Maler von Naturszenen, Professor an der BYU, Idaho und wurde bereits ausgewählt, die Wandbilder, die die Tempel in Rexburg, Twin Falls Idaho und Calgary in Alberta zieren, zu malen.

Der Bewerbungsprozess, um als Maler für ein Tempel-Wandbild zu arbeiten, ist sehr speziell und mühsam. Jeder Künstler entwirft ein Modell oder eine verkleinerte Version seines Vorschlags.

Zusammen mit dem Modell muss der Künstler das Gesamtbudget für alle Ausgaben inklusive Leinwand, Farbe, Zubehör und (wenn nötig) Reisekosten angeben. Das Modell wird dann zusammen mit einem Kostenvoranschlag für die Auslagen an die Abteilung für Tempelbau in Salt Lake City in Utah geschickt.

Ein Komitee beratschlagt über jedes Werk. Nachdem ein Künstler ausgewählt wurde, wird seine Arbeit an die präsidierende Bischofschaft und das Siebziger-Kollegium weitergeleitet, die für Tempel zuständig sind.

Wenn sie einverstanden sind, geht das Werk des Künstlers an die Erste Präsidentschaft weiter, die die endgültige Entscheidung darüber trifft, welchem Künstler der Auftrag für das Wandbild erteilt wird.

Der Entwurf

Alberta, Canada temple mural painted by Leon Parson

Teil des Wandgemäldes, das Leon Parson für den Calgary Alberta Tempel entwarf

Während Parson an dem Modell für sein Wandgemälde arbeitete, erkannte er, dass er auf verschiedene Art und Weise gesegnet wurde: durch Nadine Haderlie, Terry Madsen, Denis Modugno und Elder Kent Allen.

Nadine Haderlie ist eine zurückgekehrte Missionarin, die in Italien diente und sowohl Italien als auch das Evangelium von Herzen liebt. Sie machte Bruder Parson mit Terry Madsen bekannt, der dort zur gleichen Zeit wie sie gedient hatte.

Madsen, der vor über 32 Jahren Student bei Parson war und inzwischen ein sehr guter Fotograf ist, war bereits sechs Mal in Italien gewesen. “Ihre Fotografien [von Italien] waren äußerst hilfreich für mich, das Projekt übertragen zu bekommen”, sagte Parson.

Der gebürtige Italiener Denis Modugno aus Rom (der Sohn Vincenzo Modugnos) war im Semester vor Parsons Bewerbung um das Gestalten des Wandgemäldes Student bei ihm. Parson sprach Denis darauf an und bat um seine Meinung, welche die beste Art und Weise sei, Italien in einem einzigen Wandgemälde darzustellen.

Während er noch dabei war das Gemälde zu entwerfen und nicht besonders viel Erfolg hatte, sagte Denis zu ihm: “Wissen Sie, Bruder Parson, Italien besteht zu 80% aus Küste. Die Menschen machen zwar ab und zu Ferien in den Bergen, aber doch meistens am Meer.

Parson änderte den Entwurf ab, von den italienischen Alpen auf die Meeresküste, was wohl zum ausschlaggebenden Faktor zwischen seinem Entwurf und denen seiner Konkurrenten wurde.

Der letzte große Segen war Elder Kent Allen – ein zurückgekehrter Missionar, der in Italien gedient hatte.

Er half Parson bei einer Reise nach Italien, auf der er Vincenzo Modugno traf.

“Vincenzo bereitete eine aktionsreiche, fantastische Reise durch Italien vor. Wir besuchten ein Wildreservat, um Rehe zu fotografieren und machten eine private Bootstour an der Küste Neapels. Nach fünf Tagen kamen wir mit etwa 3500 Fotos nach Hause. Es war herrlich”, sagt Parson mit unverhülltem Enthusiasmus.

Parson hat das Wandbild zu 85% fertiggestellt und plant, im April 2015 damit fertig zu sein. Auch wenn er nicht vorhat, den Tempel an den Tagen der offenen Tür zu besuchen, freut sich Parson darauf, nach Rom zu fliegen, um die Fertigstellung zu überwachen.

Wie Tempelarbeit aktuell verrichtet wird

Übersicht:

Nächster Tempel zu Italien: Bern, Schweiz

Weiteste Distanz, die die Italiener zurücklegen müssen: 1800 km

(Das ist ungefähr so weit wie von Berlin nach Barcelona)

Die Italiener fahren seit September 1955 dorthin

Bern Switzerland Temple

Der Schweizer Tempel, der derzeit vorgesehene Tempel für die italienischen Mitglieder

 

“Seit Jahren warten die Mitglieder in Italien auf den Tempel”, sagt Vincenzo Modugno. Der nächste Tempel für die meisten Italiener ist der Berner Tempel in der Schweiz.

Für die meisten Römer bedeutet das etwa zehn Stunden Fahrt, für die, die aber aus dem Süden kommen, kann die Reisedauer mehr als 24 Stunden betragen. Allein die Bootsreise von Sardinien nach Italien kann schon über 13 Stunden lang dauern. Trotz der großen Distanz nehmen sich viele italienische Mitglieder die Zeit, den Tempel regelmäßig zu besuchen.

“Mir wurde gesagte, dass fast 90% der Arbeit im Tempel in der Schweiz von italienischen Mitgliedern getan wird”, sagt Modugno.

Obwohl die Statistik nicht belegt ist, zeigt sie doch, wie viele Opfer die Mitglieder in Italien bringen, um im Werk des Herrn zu helfen.

“Ihre Gefühle für den Dienst im Tempel und […] dass ein Tempel gebaut wird, sind so stark. Die Empfindungen sind so stark”, sagt Modugno.

Das Einzugsgebiet für den Tempel wird vielleicht bis Nordafrika, Griechenland, den Nahen Osten, Albanien, den Balkan und weiter reichen. Es muss noch offiziell angekündigt werden.

“Die Heiligen in Sizilien müssen trotzdem noch einen Tag lang nach Rom reisen”, sagt Pacini geradeheraus, dann aber, um einen positiven Abschluss zu machen: “Aber wenigstens sind es nicht zwei.”

Dieser Tempel wird nicht nur ein Vorteil für die italienischen Mitglieder sein, sondern auch für viele Menschen der umliegenden Länder und Inseln.

Die Reaktion von Nichtmitgliedern auf den Tempel

Italian newspaper about the Rome temple

Ein italienischer Zeitungsartikel zur Ankündigung des ersten Mormonen-Tempels in Rom sowie eine Klarstellung einiger Werte der Kirche

“Anfangs waren sie darüber ziemlich frustriert”, sagt Vincenzo Modugno. Anfangs versuchten Nicht-Mitglieder, die in der Gegend lebten, das Projekt zu stoppen.

Viele hatten Angst vor vielen Touristen und Mitgliedern, die den Tempel besuchen würden. Nun, da die Nicht-Mitglieder ein besseres Verständnis des Projektes haben, haben sich die Gegenstimmen beruhigt.

Vincenzo Modugno hat nie erlebt, dass jemand zu ihm etwas Unverschämtes wegen seiner Religion oder über den Tempel gesagt hätte.. “Ich glaube, dass die Nichmitglieder neugierig [auf den Tempel] sind, und die Pfahlpräsidenten arbeiten daran sie zu informieren”, erklärt Modugno.

Ein weiterer Zwiespalt, der angedeutet wurde ist die, dass sich andere Religionen einmischen.

“Natürlich gibt es Unterschiede zwischen unseren Glaubensansichten und denen anderer Kirchen. Das betrifft auch die katholische Kirche”, sagt Präsident Dini Ciacci. “Wir haben einiges gemeinsam, aber wir sehen auch … einige Dinge anders.”

Von Anfang an war die katholische Kirche äußerst aufgeschlossen und unterstützte die Kirche Jesu Christi dabei, den Tempel zu bauen. Aus Höflichkeit wurde das Tempelbauprojekt der katholischen Kirche offiziell vorgestellt, um sie über alles zu informieren “wie Nachbarn es untereinander tun”, sagt Dini Ciacci mit einem Lächeln.

“Soweit wir wissen, gab es nie eine Art Unbehagen von ihrer Seite oder dass sie unglücklich darüber waren, was wir taten … Wir arbeiteten zusammen.”

Pacini bekräftigt, dass es zwischen der katholischen und der mormonischen Kirche nie einen Streitfall gegeben habe. Auch für die Ökumene habe der Tempelbau nie ein Problem dargestellt.

“Die katholische Kirche hat nie ein Problem mit dem Tempel gehabt”, sagt Pacini sachlich.

Wie viele bereits wissen, betreibt die katholische Kirche in Italien viele Obdachlosenunterkünfte und Essenausgabestellen. Vor ein paar Monaten sollte die Hauptausgabestelle in Rom modernisiert werden. An einem Samstagmorgen kamen also 40 Mitglieder des Pfahles Rom zusammen, um in der Ausgabestelle zu streichen und zu putzen. Sie spendeten neue Tische und Stühle und tauschten so die alten Möbelstücke aus.

“Es gibt nirgendwo ein Schild, auf dem steht, dass [diese Dinge] von der [mormonischen Kirche] stammen. Wir haben es auch nirgendwo bekanntgemacht … es hat uns gefreut, [beim Dienstprojekt der katholischen Kirche] und den Menschen zu helfen”, sagt Präsident Dini Ciacci. “Wenn wir zusammenarbeiten können, werden wir es. Wir glauben trotzdem, was wir glauben.”

Wann wird der Tempel fertiggestellt sein?

A mockup of the Rome temple

Wir nähern uns der Fertigstellung – hoffentlich

Der derzeitige Präsident des Pfahles Rom West, Präsident Alessandro Dini Ciacci, ist sich der Verzögerung der Fertigstellung durchaus bewusst. “Natürlich gab es Verzögerungen”, sagt er in einem privaten Interview.

In einem Video der Kirche wurde die Fertigstellung des Tempels für 2014 angekündigt. Bis heute, 2015, ist der Tempel noch nicht fertig, und es gibt ein paar Schwierigkeiten mit den Verträgen. Die Arbeit geht aber weiter voran und alles ist inzwischen wieder, wie es sein soll.

“Wir sehen die Ziellinie, wir wissen aber nicht, wie lange wir bis zu dieser Ziellinie noch brauchen werden”, sagt Präsident Dini Ciacci.

Es gibt kein offizielles und kein geschätztes Datum von Seiten der Kirche oder den Bauaufsehern. Normalerweise gibt die Kirche sechs Monate vor der Weihung das Datum öffentlich bekannt.


Dieser Artikel wurde im Original auf Englisch von Nicole Modugno verfasst und auf lds.net veröffentlicht. Er wurde von Kristina Vogt ins Deutsche übersetzt.

Wenn Sie weitere Informationen über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage möchten, dann besuchen Sie einfach die offiziellen Webseiten der Kirche: lds.org und mormon.org.