Einen Apostel zu treffen ist keine Erfahrung, die man so schnell vergisst. Gleich ein ganzes Wochenende mit einem zu verbringen ist eine wirklich außergewöhnliche Gelegenheit. Genau darum wurde ich in diesem Jahr gebeten. Als BYU-Student war ich als Praktikant in der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten der Kirche für das Pazifikgebiet in Auckland, Neuseeland, tätig. Ein Apostel reiste mit weiteren Generalautoritäten nach Tonga, und ich durfte mit, um für  Mormon Newsroom Pacific über die Reise zu berichten.

Was für eine besondere Gelegenheit! Natürlich freute ich mich sehr. Normalerweise lesen wir in den Schriften über die Propheten Gottes oder hören sie bei der Generalkonferenz sprechen. Ich aber hatte nun die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Ich würde sehen können, wie es nach den Versammlungen weiterging und wie der Alltag eines Mannes aussah, der jede Minute dem Dienst Gottes weiht.

Mit einem Apostel auf Tonga

Sie sind vollkommen von ihrer Arbeit überzeugt.

Habt ihr euch mal gefragt, ob euch die Kirchenführer nur einen Bären aufbinden? Dass vielleicht nichts – das Evangelium, die Lehren, Gott – echt ist und dass diese alten Männer nur eure Zehntengelder stehlen?

Das tun sie nicht. Wirklich nicht. Davon habe ich mich überzeugen können. Diese Männer sind durch und durch authentisch und ohne Vorbehalt aufrichtig. Sie lassen ihren Worten Taten folgen. Sie gehen anschließend auch nicht zum Hotel zurück, nehmen sich ein Rootbeer und freuen sich über den aufwendigen Plan, den sie ausgeheckt haben. Sie sind mit Herz und Seele dabei. Jede Minute des Tages.

Sie haben sehr große Ausdauer.

Das ganze Wochenende über fotografierte ich eigentlich nur und schrieb Geschichten auf – und trotzdem war ich am Ende eines jeden Tages völlig erschöpft. Der Tagesablauf eines Apostels hat es wirklich in sich. Man hat eine Verpflichtung nach der anderen und ist bei jedem Termin der Hauptredner. Den ganzen Tag lang. Ohne Pause. Sein Terminplan war wirklich beeindruckend. Wer denkt, dass sein 9-5 Job anstrengend ist, sollte wirklich einmal einen Tag mit jemandem vom Kollegium der Zwölf verbringen.

Er sprach unter anderem bei einer Konferenz für Frauen auf Tonga, bei der mehr als 2000 Frauen anwesend waren.

Vergesst dabei nie, dass diese Männer keine 30 mehr sind! Ich bin ein ziemlich fitter 25-Jähriger, und ich war am Ende beider Tage echt platt. Ich weiß wirklich nicht, woher diese Männer die Energie dafür haben zu tun, was sie tun. Ich bin mir sicher, dass sie von den Engeln Gottes Unterstützung bekommen; das ist die einzig sinnvolle Erklärung.

Elder Renlund auf Tonga

Man muss sich einfach fragen, warum die Kirchenführer, handelte es sich wirklich um eine große Verschwörung, so hart arbeiten, wie sie es tun, um dafür nur die entsprechende Kompensation für ihre Ausgaben zu erhalten – vor allem wenn man es mit dem Einkommen vergleicht, das sie in ihren Berufen hatten, bevor sie Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel wurden. Es ergibt einfach keinen Sinn.

Ihre Frauen sind unglaublich.

Etwas, was wir oft vergessen, ist, dass die Frauen der Generalautoritäten immer an ihrer Seite sind – und sie sind geistige Kraftwerke.

Die Frau dieses Apostels ließ jeden Raum, den sie betrat, heller werden. Und auch wenn seine Botschaften ohne Zweifel sehr beeindruckend waren, haben mich die Erkenntnisse, über die sie öffentlich sprach, und die Güte, die sie zeigte, umgehauen. Unterschätzt nie die Rolle der Frau eines Apostels, auch wenn sie in der Öffentlichkeit eher selten eine Rolle spielen.

Sie sind die Demut in Person.

Wo auch immer dieser Apostel hinging, stand er automatisch im Mittelpunkt des Interesses, aber nicht, weil er sich selbst in den Mittelpunkt drängte. Er sprach mit sanfter Stimme, war bescheiden und immer bereit zuzuhören.

Ich beobachtete ihn, wie er vor hunderten von Menschen stand und sie bat, Fragen zu stellen und ihre Anliegen vorzubringen. Ich sah zu, wie er darum bat, dass ein Foto von ihm mit den Fahrern gemacht wurde, die ihn und die anderen Generalautoritäten zu den Versammlungen brachten. Ich sah, wie er jedem Jugendlichen, der bei der kleinen Willkommensfeier im Foyer des Hotels, in dem wir untergebracht waren, mitwirkte, die Hand schüttelte.

Tonga Kirche Mormonen Tanz

Jugendliche auf Tonga führen einen Tanz auf.

Ich durfte auch Zeuge von anderen besonderen Momenten sein, wie z. B. dass er zu Fuß durch das Tor des Palastes zu einem Treffen mit der Königin von Tonga ging; ein paar sehr wichtige Amtsleute zeigten sich davon sehr beeindruckt, weil alle anderen sich sonst immer direkt vor dem Eingang absetzen lassen. Etwas, von dem ich mir sicher bin, dass er nicht einmal darüber nachdachte; so ist er einfach.

Ich konnte einen Mann beobachten, der sich der Bedeutung seiner Berufung bewusst war und ihr demütig gerecht wurde.

Die Kirche tut so viel mehr als uns bewusst ist.

Als Verwalter der Kirche wachen die Apostel über Projekte auf der ganzen Welt, von denen wir nie etwas gehört haben. Ich durfte den Apostel und andere Generalautoritäten zu vielen dieser Orte auf Tonga begleiten.

Es gibt riesige Höfe, humanitäre Projekte, unglaublich beeindruckende Initiativen zur Eigenständigkeit und so viel Anderes, was wir einfach nicht sehen. Die Kirche ist ein Beispiel für die Schriftstelle im 3. Nephi, wo es heißt: „… ich möchte, daß ihr den Armen Almosen gebt; aber achtet darauf, daß ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von ihnen gesehen zu werden … wenn ihr eure Almosen gebt, so posaunt nicht vor euch her …laß deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut.” (3. Nephi 13: 1-3)

BU: Blick auf den königlichen Palast auf Tonga, wo der Apostel und die anderen Generalautoritäten auf die königliche Hoheit trafen.

Und es geht nicht nur um die Mitglieder. Einer der Hauptgründe für den Besuch war das Treffen mit Königin Nanasipau’u, bei welchem darüber gesprochen wurde, wie die Kirche ohne Wenn und Aber allen Bewohnern Tongas helfen könne. Die Kirche ist ein größerer Einfluss des Guten in der Welt als ich mir jemals hätte vorstellen können.

Du bist in der richtigen Kirche.

Selbst Apostel sind nur Menschen. Sie werden krank. Sie machen Fehler. Auch sie können Menschen kränken (oder ihnen ein Ohr abschlagen). Aber ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie ihr Bestes geben und dass Gott ihnen in ihrer Berufung beisteht.

Ein Zeugnis ist etwas Persönliches. Man muss es sich geduldig aufbauen, es nutzen und es pflegen. Für mein Zeugnis war es sehr beruhigend, die Macht des Evangeliums in Aktion zu sehen. Ich habe gesehen, dass sie wirklich ist und dass unsere Kirchenführer das wissen – auch und besonders hinter den Kulissen.

Elder Renlund und seine Frau. Arzt und Apostel.


David Snell ist stolz darauf, Mitglied der Kirche Jesu Christi zu sein. Er hat einen Abschluss von der BYU, ist Gründer von „The Sunday Pews” und hat unter anderem Erfahrungen als Autor für Mormon Newsroom Pacific, KBYU11, Classical 89 Radio und FamilyShare.com gesammelt. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und möchte den Tag für uns alle ein bisschen schöner machen.

Der Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Er wurde ursprünglich am 28.5.17 auf mormonhub.com unter dem Titel „What It’s Like to Spend a Weekend With a Mormon Apostle” veröffentlicht. Der Autor ist David Snell. Übersetzt von Kristina Vogt.

Wenn Sie mehr über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) wissen möchten, dann besuchen Sie einfach eine der offiziellen Webseiten der Kirche: mormon.org und lds.org.

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